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Persönliches

Persönliche Gedanken zu Themen, die mir wichtig sind:

Grün

Ich habe Biologie studiert, weil dieses Studium mit dem Leben zu tun hat. Ich wollte die Prozesse von Leben verstehen, aber auch die Zusammenhänge der Lebewesen untereinander. Bis heute faszinieren mich die Vielfalt der Lebewesen und das Geheimnisvolle in der Natur. Ich liebe besonders all die Wälder in der Schweiz: dunkle Tannenwälder, trockene Föhrenwälder, Laubwälder mit all den unterschiedlichen grünen Schattierungen der Blätter. Von daher war es wohl kein Zufall, dass ich in meiner Diplomarbeit an der Universität Bern Buchenwälder und Fichtenpflanzungen untersuchte. Ein Waldspaziergang hat auch heute für mich etwas Meditatives: den Alltag hinter mir lassen, mich nicht mehr wichtig fühlen, mich als Teil eines grossen Ganzen erleben, in dem Werden und Vergehen einen Kreislauf bilden.

In meiner Arbeit lernte ich die Vielfalt der Auengebiete der Schweiz kennen. Auf kleinstem Raum entlang der Flüsse liegen hier die unterschiedlichsten Lebensräume eng nebeneinander: nackte Kiesbänke, lichte Weidengebüsche, helle Grauerlenwälder und undurchdringbare Eschenwälder. Wenn ich durch die Auen streife, habe ich das Gefühl, noch „echte“ Natur zu erleben. Im Gasterental bei Kandersteg liegt meine Lieblingsaue – für mich das Paradies in der Schweiz.

Die Debatte über das Waldsterben sensibilisierte mich für Umweltfragen. Im WWF begann ich mich für den Schutz der Umwelt zu engagieren. Und von da verwundert es wohl kaum, dass ich bei den Grünen meine politische Heimat fand.

Mobilität

Ich wohne in Bern in einem Dreifamilienhaus an der Ausfallstrasse zur Autobahn Neufeld wo noch vor kurzem täglich rund 17'000 Autos an uns vorbei fuhren. Ich erlebte hautnah, wie der Autoverkehr die Lebensqualität der Städte vermindert. Mittlerweilen schätze ich mich glücklich, dass ich nunmehr von den Nutzen verkehrsberuhigender Massnahmen profitieren kann.
Mobilität ist letztlich etwas Positives. Mobilität ermöglicht uns, andere Orte zu besuchen, anderen Menschen zu begegnen, den Horizont zu erweitern. Aber Mobilität kann nicht grenzenlos sein, sie muss umweltschonend, zuverlässig und günstig sein.

Ich benutze vorwiegend das Fahrrad. Es ist das billigste und schnellste Verkehrsmittel in der Stadt. Als die Kinder klein waren, fuhren wir sie mit dem Velo-Anhänger in die Kindertagesstätte, auf den Spielplatz und in den Wald. Heute sind die Kinder selber mit dem Velo unterwegs. Dank dem guten ÖV-Anschluss brauchen wir kein eigenes Auto. Und wenn es doch nicht ohne Auto geht, benutze ich Mobility Autos (car sharing). So habe ich immer das Fahrzeug in der richtigen Grösse zur Verfügung.

Verkehrsberuhigte Städte entsprechen zunehmend einem Bedürfnis. Immer mehr Menschen empfinden Ruhe als einen positiven Wert. Sie wollen bewusst nicht mehr dauernd unterwegs sein. Ruhe wird für sie als Gegenpol zur alltäglichen Hektik immer wertvoller.

Gleichstellung

Gleichstellung hat für mich auch mit Gerechtigkeit zu tun. Schon als Kind empfand ich es als ungerecht, dass meine Mutter vor dem Schulhaus warten musste, während mein Vater hinein ging und seinen Abstimmungszettel in die Urne warf. In meiner Jugend verschlang ich Bücher – von und über engagierte Frauen: Simone de Beauvoir, Anja Meulenbelt, Christa Wolf und viele andere mehr. Aus Solidarität mit den Frauen gehörte ich 1987 zu den GründerInnen des Grünen Bündnis Bern: es ging darum, den Sitz von Barbara Gurtner bei den Nationalratswahlen zu verteidigen.

1989 half ich mit, den Verein FachFrauenUmwelt FFU zu gründen, ein Netzwerk und eine Interessensvertretung für FachFrauen im Natur- und Umweltbereich. Noch heute sind die FFU für mich eines der wichtigsten Netzwerke und ich freue mich, in Verwaltung und Privatwirtschaft immer wieder auf FachFrauen zu stossen. Um wirklich Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern herzustellen, müssen Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren sein. Daher engagiere ich mich auch für eine fortschrittliche und partnerschaftliche Familienpolitik. Und lebe diese auch selber. Mein Partner und ich teilen uns die Familienarbeit auf. Ich bin froh, dass unsere Kinder ihren Vater nicht nur vom Feierabend und vom Sonntag her kennen.

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