Wohin mit dem Atommüll?
Als AKW-Gegnerin der ersten Stunde war für mich schon vor dem Supergau im japanischen Fukushima sonnenklar: jeder Tag mit Atomenergie ist einer zuviel! Darum blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Energiedebatte im Nationalrat zurück: Leider hat sich die bürgerliche Mehrheit im Rat geweigert, nach A auch B zu sagen und die Schrottreaktoren Mühleberg und Beznau I und II sofort vom Netz zu nehmen. Noch immer schliessen die Bürgerlichen die Augen vor dem Problem, wie und wo der Atommüll gelagert werden soll.
Darum kommt der Dokumentarfilm «Into Eternity» von Michael Madsen über das Atommüllager Onkalo in Finnland gerade zur rechten Zeit. Dort wird ein riesiger Tunnelkomplex in den Berg gebaut, wo dereinst der radioaktive Abfall entsorgt werden soll. 100'000 Jahre oder länger soll er dort ruhen, ohne dass Menschen mit ihm in Kontakt kommen dürfen. Nichts, was der Mensch bisher erbaute, überdauerte auch nur einen Zehntel dieser Zeitspanne: die Pyramiden in Ägypten sind gerade mal 5000 Jahre alt. Der Film hat mehrere Preise gewonnen, so letztes Jahr auch am Dokumentarfilmfestival «Visions du Réel» in Nyon.
«Into Eternity» läuft ab dem 16. Juni im Kino in der Reitschule. Im Rahmen des Spezialprogrammes am 18. Juni nehme ich um 17.30 Uhr in der Grossen Halle an einer Diskussion über die Atomenergie teil. Mit dabei ist auch die WoZ-Journalistin Susanne Boos. Der Film wird nach der Diskussion um 20.30 Uhr gezeigt.
Kommentare (0)
Kommentar schreiben
Trackback (0)
TrackBack URI für diesen Eintrag

