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Warum ich als Co-Präsidentin für die Grünen Schweiz kandidiere

Bei den Grünen wird zurzeit eine Frage diskutiert. Wer folgt auf GPS-Präsidentin Ruth Genner? Wird es ein Präsident oder eine Präsidentin oder kommt es zu einem Co-Präsidium? Ich persönlich empfinde ein Co-Präsidium als bereichernd. Aus persönlicher Erfahrung weiss ich, dass Leitungsfunktionen gewinnbringend teilbar sind. Deshalb habe ich mich entschlossen, als Co-Präsidentin  der Grünen Schweiz zu kandidieren. Ich bin überzeugt, dass Ueli Leuenberger und ich ein optimales Team für die GPS wären: wir könnten die Deutschschweiz und die Romandie, Frauen und Männer ansprechen und damit den Erfolgskurs der GPS fortsetzen.

 

 

"Frauen zuerst" lautete ein Slogan des grünen Bündnisses vor Jahren. Doch auch in der Politik sind wir von der Gleischstellung weit entfernt. Im Bundesrat haben wir nun zum Glück die Zusammensetzung, die seit 2003 galt, korrigert: drei Bundesrätinnnen und eine Bundeskanzlerin sind ein gutes Zeichen für die Schweiz. Doch im National- und Ständerat sind Frauen noch immer untervertreten. Bei den Parteispitzen sieht es leider nicht besser aus. SVP, FdP, CVP, GLP und SP werden alle von Männern präsidiert. Ich frage: wo sind da die Politikerinnen geblieben?
Überdurchschnittlich viele Frauen wählen Grüne. Und diese Wählerinnen müssen wir auch in Zukunf ansprechen, wenn wir weiter wachsen wollen. Daher ist es wichtig, dass Frauen das Bild der Grünen Partei gegen aussen mitprägen.  Das hat Ruth Genner in den letzten 6 Jahren erfolgreich bewiesen. Diesen Trumpf müssen wir auch in Zukunft spielen.
Ich glaube, für dieses Amt der Co-Präsidentin das nötige Fachwissen und politische Feingefühl mitzubringen. Mein Engagement gilt seit jeher dem Umweltschutz. Als Biologin und Umweltwissenschaftlerin bringe ich hierzu auch einen fachlichen Hintergrund mit.
Seit 12 Jahren bin ich Nationalrätin und verfüge somit über eine langjährige  Erfahrung mit Bundespolitik, anderen Parteien, Verwaltung und Medien.
Wir Grüne müssen für die Bevölkerung auch in Zukunft eine attraktive Partei sein. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger müssen uns als  die kompetente Umweltpartei wahrnehmen, welche in den Bereichen Klimaschutz, Energie und Umwelt konstruktive Lösungen anbietet.
Wichtig wird auch sein, die GPS auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Mitglieder und SponsorInnen müssen gewonnen werden, damit wir grüne Politik besser verankern können.
Die Grünen sind sehr erfolgreich.  Seit 8 Jahren verzeichnet die GPS ein kontinuierliches Wachstum. In den vergangenen Jahren sind neue Sektionen dazu gekommen. Die Grünen sind aufgrund des phänomenalen Wachstums vielfältiger geworden. Diese Vielfalt müssen wir als Stärke pflegen und als Chance sehen. Der Wettbewerb der Meinungen lässt neue Ideen entstehen.
Im Kanton Bern habe ich aktiv beim Zusammengehen von Grüner Freier Liste und Grünem Bündnis mitgearbeitet.  Diese Zusammenarbeit ist eine Erfolgsstory, das haben unsere Wahlresultate gezeigt. Im Kanton Bern arbeiten Grün-liberale und Grün-soziale erfolgreich zusammen. Dieses Erfolgsmodell muss auch für die GPS gelten.
Ich habe als VCS Präsidentin bewiesen, dass ich auch in einem schwierigen Umfeld arbeiten kann. Ich habe dieses Präsidium in einer Zeit begonnen, als es im VCS zu brodeln begann; unterschiedliche Meinungen prallten aufeinander. Mein Ziel war es, den unterschiedlichen Strömungen innerhalb des VCS ihren Platz zu geben, aufzuzeigen, dass ein Verband von Vielfalt lebt, dass Vielfalt eine Stärke ist, aber auch Toleranz verlangt. Nun arbeiten wir im VCS alle zusammen wieder an einem gemeinsamen Projekt, der Volksinitiative zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs.
Das Umfeld ist härter geworden, gerade weil wir Grüne so erfolgreich sind: SP und Grünliberale machen uns Konkurrenz. Auch CVP und FDP versuchen sich ein grünes Mäntelchen umzuhängen, weil das dem gegenwärtigen Zeitgeist entspricht. 
Damit wir unseren bisherigen Erfolg konsolidieren und gleichzeitig weiterwachsen können, braucht die GPS eine starke Führung. Diese Führung muss gut verankert sein in der Romandie, wo die Grünen sehr stark sind. Sie muss aber auch gut verankert sein in der Deutschschweiz, weil es hier noch ein erhebliches Wachstumspotenzial gibt und weil die Konkurrenz der anderen Parteien hier ganz besonders spürbar ist.
Die Grünen sind aber auch die Partei der Jungen. Die Jungen Grünen haben den Wahlkampf belebt und in Zürich auch den Sprung in den Nationalrat geschafft. Als Ko-Präsidentin möchte ich auch die Jungen Grünen in die Geschäftsleitung der GPS miteinbeziehen.
Ich bin überzeugt, dass Ueli Leuenberger und ich ein optimales Team für die GPS wären: wir könnten die Deutschschweiz und die Romandie, Frauen und Männer ansprechen und damit den Erfolgskurs der GPS fortsetzen.

 

 

Kommentare (5)

Florence sagte:

Grüne ohne Frauen?

Ich kann es mir nicht vorstellen, dass die Grüne nur von einem Mann präsidiert werden. Klar gibt es etwas mehr abzusprechen in einer Co-Leitung. Nur Männer sagen, dass es nicht geht: Frauen tun es. Es wäre schade wenn die Grünen keine Frau mehr in der Leitung hätten.
28. Januar 2008

Anna sagte:

Emanzipationsgejammer

ich kann nicht verstehen, weshalb es unbedingt eine Frau braucht. Schlussendlich geht es doch wie bei jeder anderen Arbeitsstelle darum, dass die beste dafür geeignete Person den Job macht. Wirklich emanzipierte Frauen müssen nicht dauernd darauf pochen, dass sie auch vertreten sind. Wenn sie gut sind, erreichen sie die Spitzenstellungen schon.
29. Januar 2008

Franziska sagte:

Drei Stärken der Grünen

@anna: Schauen wir doch einmal die Zahlen an: in Führungsetagen von Unternehmungen und von Politik sind die Frauen untervertreten. Du willst doch sicher nicht behaupten, die Frauen seien schlechter als Männer ;-)
Bis anhin war es immer mein Anliegen gewesen zu zeigen: wir Grüne sprechen nicht nur von Gleichstellung, wir setzen sie auch konkret um. Daher gehören bei uns auch Frauen an die Spitze.
Für die Wahl des Präsidiums ist mir folgende Frage wichtig: Was soll mit dem Präsidium, der Visitenkarte der Partei, gezeigt werden? Für mich sind dies drei Punkte:
- Die Grünen gelten als glaubwürdig in der Ökologie.
- Die Grünen sind in der Romadie sehr gut verankert.
- Überdurchschnittlich viele Frauen wählen grün.
Diese drei Stärken gilt es in Zukunft auszubauen, wollen die Grünen weiter wachsen. Und das möchte ich! Daher dürfen wir keinen dieser Punkte schwächen. Mit einem Co-Präsidium von Ueli Leuenberger und mir können wir unsere Stärken gegen aussen grün und deutlich zeigen.
29. Januar 2008

Christine sagte:

Eine Elefantenrunde ohne Frauen ist nicht mehr zeitgemäss

Stellen wir uns vor, an der Elefantenrunde der Parteipräsidien im Fernsehen nehmen nur Männer teil! Die Grünen werden von vielen Frauen gewählt, es ist für mich unvorstellbar, dass die Frauen nicht mehr im Präsidium vertreten sind. Insbesondere auch weil mit Franziska Teuscher sich eine konsequente Umweltpolitikerin zur Wahl stellt, die sich auch für die Anliegen der Frauen einsetzt.
17. Februar 2008

Christine sagte:

Politik hat ein Geschlecht! Es braucht Geschlechterdemokratie.

Zugegeben; das Geschlecht allein darf kein Kriterium für die Wahl des Grünen Präsidiums sein. Aber die Grünen haben kompetente Frauen, die fähig sind das Präsidium zu übernehmen. Das hat auch die aktuelle Präsidentin Ruth Genner gezeigt. Die Grünen sind dabei glaubwürdig. Solange Frauen in Politik und Wirtschaft weiterhin untervertreten sind, müssen sich die Grünen immer mit der Geschlechterfrage auseinandersetzen. Das mag zwar unangenehm sein, ist aber bei Positionen, bei denen es um Macht geht notwendig. Wie erklären die Grünen ihren Wählerinnen (und auch Wählern), dass alle Grünen Regierungsräte "zufällig" Männer sind? Hier haben die Grünen Handlungsbedarf. Mit einem grünen Co-Präsidium mit Franziska Teuscher und Ueli Leuenberger können die Grünen ein Zeichen setzen. Grüne Männer, die in entscheindenden Personalfragen nicht kompromissbereit sind und die Geschlechterfrage nicht ernst nehmen, sind kein gutes Zeichen. Machen Sie Platz, Monsieur!
17. Februar 2008

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