Unverständlich, dass die Armeewaffe zu Hause bleiben soll
Es gibt immer wieder Entscheide im Parlament, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Dazu gehört der Entscheid des Nationalrates vom letzten Donnerstag. Der Wehrmann soll auch in Zukunft seine Armeewaffe mit nach Hause nehmen, obschon alle wissen, dass jährlich rund 300 Menschen an Schüssen aus Armeewaffen sterben. Die Armeewaffe zu Hause macht unser Land nicht sicherer sondern unsicher.
Die Nationalrat hat zwar beschlossen, dass die Taschenmunition nicht mehr mit nach Hause kommt. Doch dann ist die bürgerliche Mehrheit auf halbem Weg auf die Bremse getreten. Die Armeewaffe trägt jeder Wehrmann weiterhin nach Hause. Das ist unverständlich. Denn jährlich sterben rund 300 Menschen an Schüssen aus Armeewaffen. In Familendramen erschiesst der Mann seine Frau, manchmal auch seine Kinder. Aber auch bei Selbstmorden sind Armeewaffen immer wieder im Spiel.
Unser Verteidigungsminister Bundesrat Schmid sollte sich doch für unsere Sicherheit einsetzten. Ein Land und eine Gesellschaft sind umso sicherer je weniger Waffen im Umlauf sind. Doch was sagte der Verteidigungsminister am Ende der Debatte im Nationalrat: "Die Waffe ist Ausdruck und Symbol von Freiheit und Selbstbestimmung".
Zynischer geht es wohl kaum mehr! Würde Bundesrat Schimd dasselbe sagen, wenn er jemandem in die Augren schaut, der eine Verwandte oder einen Freund verloren hat, der mit einer Armeewaffe getötet wurde?
Die Dienstwaffe gehört ins Zeughaus - und nirgend anderswohin. Ich bin froh, dass die Volksinitiative "Für den Schutz vor Waffengewalt" gestartet wurde. Im Parlament haben die Ewiggestrigen noch die Mehrheit. Die Bevölkerung ist aber in diese Frage auf meiner Seite. Das zeigte die Petition der Annabelle deutlich.
Kommentare (2)
M.Tognola
sagte:

überaltertes Parlament
Auch ich bin sehr enttäuscht vom Parlament. Hatte aber ehrlich gesagt nicht mehr erwartet: da sitzen ja unzählige ältere Herren, die im Mythos der Mobilmachung aufgewachsen sind. Es hängt zuviel Symbolik am Militärgewehr.
Bello
sagte:

...
Wenn wir bedenken, wieviele Gewehre bei Privaten herumliegen, wie wenig dann aber tatsächlich passiert, ist der ganze Rummel um das Thema "Armeewaffen ins Zeughaus" ein Sturm im Wasserglas. Das lenkt doch nur vom eigentlichen Problem ab: dass es in der Schweiz kälter wird.Gegen diese neue Eiszeit sollten wir ankämpfen und nicht ob jemand sein Sturmgewehr zu Hause bunkert.
Kommentar schreiben
Trackback (0)
TrackBack URI für diesen Eintrag

