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Transparenz bei den Gehältern der Kassen-Bosse
„Alle Jahre wieder“- ist man versucht zu sagen beim jährlichen Ansteigen der Krankenkassenprämien. Ärgerlich für uns Versicherte, weil wir immer tiefer in die Tasche greifen müssen, um die Prämie zu bezahlen. Doppelt ärgerlich, weil wir mit unserem Beitrag auch die Spitzenlöhne der Krankenkassen-Manager mitfinanzieren. Das soll sich in Zukunft ändern. Mit einem parlamentarischen Vorstoss, den ich im Juni 2008 im Nationalrat einreichte, verlange ich vom Bundesrat, sich für die Offenlegung der Gehälter der Krankenkassen-Bosse einzusetzen. Mit Freude habe ich die Antwort des Bunderates vom 3. September gelesen: auch der Bundesrat will sich für mehr Transparenz bei den Kaderlöhnen der Krankenkassen-Chefs einsetzen.
Bis anhin gewähren die meisten Kassen keinen Einblick in die Entschädigungen für ihre CEO’s und Verwaltungsräte. Die Prämienzahlerinnen und -zahler haben jedoch ein Recht zu erfahren, wie hoch die Entschädigung des obersten Kaders und der Leitungsorgane ihrer Krankenversicherung ist. Denn wir alle bezahlen diese Gehälter mit unseren Prämien. Mit einem parlamentarischen Vorstoss, den ich im Juni 2008 im Nationalrat einreichte, verlange ich vom Bundesrat, sich für die Offenlegung der Gehälter der Krankenkassen-Boss einzusetzen. Diese Entschädigung vom oberen Kader und Leitungsgremium soll jährlich in den Jahresberichten der Krankenversicherer offengelegt werden. Auch bei den Krankenversicherern soll "corporate governance" gelten. Diese beinhaltet, dass auch Privatunternehmen Transparenz und ein ausgewogenes Verhältnis von Führung und Kontrolle anstreben. Ich freue mich, dass die Antwort des Bundesrats auf meinen Vorstoss positiv ausfällt. Auch der Bundesrat befürwortet eine offene und transparente Information über die Lohnverhältnisse bei den Krankenversicherern. Denn diese nehmen im Bereich der Grundversicherung eine öffentliche Aufgabe im Auftrag des Bundes wahr.
Mit einem zweiten Vorstoss will ich erreichen, dass die Löhne der Krankenkassen-Chefs nach oben begrenzt werden. Es kann doch nicht sein, dass Helsana-Chef Manfred Manser 880‘000 Franken verdient, während ein Bundesrat heute „nur“ rund 470‘000 Franken verdient. Doch von dieser Begrenzung will der Bundesrat nichts wissen. Ich bin überzeugt, dass die verlangte Transparenz bei den Löhnen zu öffentlichen Debatten führen wird. Und hoffentlich wird der öffentliche Druck so gross, dass die Krankenkassen die Gehälter von sich aus begrenzen. Eine Umfrage der Zeitschrift „saldo“ hat gezeigt, dass 72% der Bevölkerung es falsch finden, dass ein Krankenkassenchef mehr verdient als ein Bundesrat.
Mit einem zweiten Vorstoss will ich erreichen, dass die Löhne der Krankenkassen-Chefs nach oben begrenzt werden. Es kann doch nicht sein, dass Helsana-Chef Manfred Manser 880‘000 Franken verdient, während ein Bundesrat heute „nur“ rund 470‘000 Franken verdient. Doch von dieser Begrenzung will der Bundesrat nichts wissen. Ich bin überzeugt, dass die verlangte Transparenz bei den Löhnen zu öffentlichen Debatten führen wird. Und hoffentlich wird der öffentliche Druck so gross, dass die Krankenkassen die Gehälter von sich aus begrenzen. Eine Umfrage der Zeitschrift „saldo“ hat gezeigt, dass 72% der Bevölkerung es falsch finden, dass ein Krankenkassenchef mehr verdient als ein Bundesrat.
Kommentare (6)
Ben Palmer
sagte:

...
Frau Teuscher, wo kann ich nachlesen, welche Gehälter, Tantiemen und Honorare Sie wofür erhalten?
F. Teuscher
sagte:

...
Die Entschädigung für uns Parlamentarierinnen und Parlamentarier ist gesetzlich geregelt. Meine Entschädigungen VCS und ewb sind in den jeweilingen Jahresberichten enthalten.
U.Krasser
sagte:

Transparenz ist nötig!
Danke Frau Teuscher für Ihr Postulat und Ihre klaren Antworten. Es ist dringend nötig, dass auch weitere, insbesondere halbstaatliche Betriebe wie die Elektrizitätswirtschaft etc. offenlegen, wieviele HundertTausende von Fr. deren "Manager" kassieren. Selbst Ingenieur (und VCS-Mitgl.), spreche ich nicht aus Neid, sondern aus Anstand und Respekt vor der menschlichen Würde! Wer mehr als ca. 300'000.- kassiert, ist Abzocker und mitschuldig an den wachsenden sozialen Spannungen in der Schweiz.
joseph
sagte:

Danke Frau Teuscher
Die Krankenkassen sindim Bundeshaus sehr gut vertreten.Neun National und
fünf Ständeräte bestimmen
über das wohl der Versichrungen.Der normale Bürger darf nur noch zahlen.
Gruss joseph.
claudio
sagte:

Gehälter
Sehr geehrte Frau Teuscher,Ich schliesse mich der Frage von Ben Palmer an. Es würde mich sehr freuen, wenn auch ich ihre finanzielle Zusätze hier nachlesen könnte.
F.Teuscher
sagte:

...
@U.Krasser: ich gehe mit Ihnen einig, dass auch in der Stromwirtschaft Transparenz wichtig wäre. Denn wegen der Liberalisierung werden die Strombarone in Zukunft wohl noch mehr abkassieren. Ich bin am Überlegen, wie hier Einhalt geboten werden könnte. Und herzlichen Dank, dass Sie mit Ihrer Mitgliedschaft den VCS unterstützen. Dank unseren Mitgliedern können wir uns für eine nachhaltige Mobilität engagieren. Und ich kann Ihnen versichern: Die Leute im VCS liefern grossartige Arbeit, obschon wir keine Spitzenlöhne bezahlen. Stolz bin ich auch, dass die Lohnschere im VCS zwischen tiefstem und höchstem Lohn nicht weit offen ist.@joseph: Leider ist es so, dass viele ParlamentarierInnen mit den Krankenkassen verbandelt sind, und so Politik im Interesse der Kassen machen. Bei den Wahlen haben Sie es in der Hand: wählen Sie unabhängige Leute. Und ich bemühe mich im Parlament, der Krankenkassen-Lobby Gegensteuer zu bieten.
@claudio: Welche finanziellen Zusätze sie meinen, ist mir nicht klar. Die Entschädigungen im Parlament sind genau geregelt: Jahreseinkommen für Vorbereitung der Ratsarbeit, Jahresentschädigung für Personal- und Sachausgaben, Taggeld, Mahlzeitenentschädigung, Übernachtungsspesen. Hier kann ich auch Transparenz: als Bernerin bekomme ich keine Übernachtungsspesen.
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