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Null Toleranz für übersetzte Geschwindigkeit

Als ich neulich im Kino sass, wurde mir die Wirkung der Werbung wieder einmal bewusst: Mir fiel auf, dass Autowerbungen generell sehr geschwindigkeitsverherrlichend sind. Dies steht in keinem Verhältnis zu dem Problem der Schnellfahrerei und den dadurch verursachten irreparablen Schäden. So inspirierte mich dieser Kinoausflug dazu einen Kodex für Autowerbung zu schaffen – mit meinem Vorstoss „Null Toleranz für übersetzte Geschwindigkeit – Kodex für Autowerbung“.

Die Werbung suggeriert Lenkern und vor allem Junglenkern, dass sie dank moderner Technik nach Lust und Laune bolzen können und dabei das Fahrzeug (dank ABS-Bremssystem etc) trotzdem bei jeder Witterung unter Kontrolle haben. Und sollte es trotzdem mal zu einem Unfall kommen, lässt uns die Werbung glauben, dass man selbst eine Frontalkollision dank dem Airbag unbeschadet übersteht.
Andere Verkehrsteilnehmende sind in Autowerbungen kaum bis gar nicht anzutreffen, will man doch die ungehinderte Freiheit inszenieren, welche das Auto generiert.
Die Realität ist jedoch anders: Autofahrer haben in erster Linie eine grosse Verantwortung, denn das Auto kann eine tödliche Waffe sein. Deshalb ist die von der Werbung verbreitete „grenzenlose Freiheit“ eine gefährliche Illusion: Wenn alle ihre Freiheiten ausleben würden, gälte das Recht der Stärkeren: Im Straßenverkehr ist das der Rücksichtslose - oder eben der Raser.

Es ist falsch, dass die Autoindustrie in den Werbungen Tempo und Motorenleistung in den Vordergrund rückt, denn zu schnelles und rücksichtsloses Fahren ist eine der häufigsten Unfallursachen. Unfälle bei übersetzter Geschwindigkeit enden nicht selten tödlich: fast 500 Tote und 6000 Schwerverletzte jedes Jahr. Für mich ist das Grund genug für Repression und Prävention gegen Raserei einzustehen.
Mit meiner Initiative „ Null Toleranz für übersetzte Geschwindigkeit - Kodex für die Autowerbung“ will ich verhindern, dass Raser bereits anhand der Werbung zu risikoreichem Fahrverhalten animiert werden. Es handelt sich nicht um ein Werbeverbot für Fahrzeuge, sondern um eine effiziente und kostengünstige Maßnahme um der Verherrlichung des Schnellfahrens einen Riegel zu schieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare (5)

Paul Vogler sagte:

Geschwindigkeit auf Autobahnen

Liebe Frau Teuscher
Ist Ihnen bewusst, dass wenn man mit einem VW Käfer bei einer Geschwindigkeit von 100 KMh 2mal mehr Risiko eingeht als mit einem modernen Auto mit 180Kmh.
11. Februar 2009

B. Sturm sagte:

physik

@p.vogler: nur macht bei Ihrer kleinen Rechnung die Physik nicht mit: die kinetische Energie eines Fahrzeugs steigt im Quadrat mit dessen Geschwindigkeit. Da hilft Ihnen alles Schönreden nichts: mit quadratisch zunehmenden Kenngrössen haben nicht nur Sekschüler so ihre liebe Mühe, der gemeine Autofahrer ist damit schlichtwegs überfordert.
11. Februar 2009

Paul Vogler sagte:

physik

Aber aber Herr B.Stürm
Warum kann dann ein Fomel 1 Auto mit über 250Kmh in eine Mauer prallen und der Pilot überlebt?
Weil man eben Ihre sogenannte kinetische Energie absorbiert. Und die Absorbierer heissen Knautschzonen Knautschzonen.
Die haben wir bei einem modernen Auto auch.
12. Februar 2009

F. Teuscher sagte:

Das Experiment zählt!

Physik hin oder her: In einem Crash-Test wurde ein Auto mit 100 km/h gegen einen Betonblock gefahren. Und was passierte? Die Knautschzone reichte nicht mehr aus, um die Bewegungsenergie umzuwandeln. Die Fahrgastzelle kollabierte, das Lenkrad und andere massive Fahrzeugteile wurden in den Innenraum gedrückt. Im Ernstfall wäre der Fahrer gestorben. Den Film dazu gibt es unter http://www.verkehrsclub.ch/de/...-test.html
15. Februar 2009

Jonas Meier sagte:

Das Experiment

Naja, Auto ist nicht gleich Auto! In einem Mercedes, obwohl CO2-Schleuder, haben sie die wesentlich besseren Überlebenschancen als in einem Dacia ! Allgemein kann man festhalten, dass in Punkto Sicherheit in den letzen 15-20 Jahren sehr, sehr viel vorwärts gemacht wurde. Das Tempolimit stammt ja aber aus einer ganz anderen Zeit, deshalb wäre mal der richtige Zeitpunkt gekommen, um diese Limite zu überdenken, was ja Staaten wie Österreich, Schweden, Tschechien, Italien und die Slowakei machen. Zumindest sollte man eine Anpassung der Limite an den Strassenzustand und die Verkehrsdichte nachdenken. Denn ich sehe nicht ein, wieso man morgens um 2 Uhr im Sommer bei trockener Fahrbahn auf leerer Autobahn nur 120 fahren dürfte, da sollte die Geschwindigkeit angepasst werden, die nötigen Instrumente hat man ja schon längstens, die Autobahnen sind ja heute schon fast lückenlos von Kameras überwacht!
Auch hier würde ich mich über eine Antwort von Ihnen, geschätzte Frau Teuscher, freuen!
22. April 2009

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