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Nationalrat pro Formel 1 - ein stupider Entscheid

Das seit 1954 geltende Verbot von Formel-1-Rennen in der Schweiz soll aufgehoben werden. Gegen den Widerstand des Ständerates und des Bundesrates will die bürgerliche bvgMehrheit im Nationalrat Formel-1-Rennen in der Schweiz ermöglichen. Von den Befürwortern wurde mehrmals gesagt, das Verbot sei nicht mehr zeitgemäss. Das sehe ich völlig anders: Bei den Formel 1 Rennen geht es doch vor allem um einen Kult der Raserei. Es geht in vielen Fällen um ein frivoles, sensationelles Spiel mit dem Tod. Die Formel 1 Rennen sind der Circus Maximus der Neuzeit. Darauf können wir getrost verzichten.

Das Verbot von Formel-1-Rennen ist heute zeitgerecht denn je. Für mich gibt es viele Gründe, warum wir solche Rennen in der Schweiz auch heute nicht zulassen sollten:

  • Der Klimaschutz: Ein Formel 1 Rennen ist immer klimabelastend. Zum einen tragen die Rennauto selber zum CO2-Ausstoss bei. Viel belastender ist aber der zusätzliche Autoverkehr, den solche Rennen nach sich ziehen.
  • Die Raumplanung: Eine Rundstrecke wie in Nürnburg benötigt 20 Quadratkilometer. In der Schweiz, wo jede Sekunde ein Quadratmeter Land unter Beton verschwindet, haben Formel 1 Rennen schlicht keinen Platz.
  • Der Gesundheitsschutz: Rundstreckenrennen verursachen einen tosenden Lärm. Sowohl die Rennautos wie der Zubringerverkehr verwandeln die Gegend rund um die Rennstrecke zu einer lärmigen Hölle. In einem Land, das so dicht besiedelt ist wie die Schweiz, will doch niemand eine Rundstrecke vor seiner Haustüre.
  • Wirtschaftliche Überlegungen: Es ist absurd zu behaupten, Rundstreckenrennen hätten ein wirtschaftliches Potenzial. Man kann doch nicht im Ernst mit höllisch lärmenden und rasenden Dingern ein ernst zunehmendes Wirtschaftsprogramm ankurbeln. Keine Region in der Schweiz würde dank einer Formel-1-Rundstrecke einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben. Werfen wir einen Blick über unsere Landesgrenzen: In Belgien machte man sich mit dem Bau einer Formel 1 Strecke ähnlich Hoffnungen auf wirtschaftlichen Aufschwung. Doch der vermutete Geldsegen entpuppte sich als Fass ohne Boden. Viele europäische Strecken haben je länger je mehr Mühe sich gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen.
  • Der Tourismus: Vollends absurd ist die Behauptung, Formel 1-Rennen hätten eine positive Auswirkung auf den Tourismus. Der Schweizer Tourismus lebt von schönen Landschaften und von ruhigen Gegenden und nicht von lärmenden und stinkenden Benzinmotoren. Und die Industrie von ihrem Know-How und nicht von Rundstrecken. Wer heute etwas für die Ankurbelung der Wirtschaft und die Innovation in der Schweiz machen will, setzt viel lieber auf ein Programm, das Ingenieurinnen und Ingenieure ausbildet, die Technologien für den ressourcenschonenden Einsatz von Energie entwickeln.
    1.  

Bei den Formel 1 Rennen geht es doch vor allem um einen Kult der Raserei. Es geht in vielen Fällen um ein frivoles, sensationelles Spiel mit dem Tod. Die Formel 1 Rennen sind der Circus Maximus der Neuzeit. Bleibt mir zu hoffen, dass der Ständerat bei seinem Entscheid bleiben wird und so Formel-1-Rennen in der Schweiz weiterhin verboten bleiben.

Kommentare (4)

Patrick Bürgisser sagte:

Grosse Sicherheit im Motorsport

Offensichtlich ist bei Ihrer Grundhaltung gegenüber dem Automobilrennsport genauso die Zeit stehen geblieben wie bei diesem völlig antiquierten Rundstreckenverbot. Ihre Gegenargumente, speziell im Bereich der Sicherheit, sind gänzlich falsch. Der heutige Rennsport ist eine ausnehmend sichere Sportart, statistisch bedeutend sicherer als der in unserem Land so beliebte alpine Skirennsport. Oder wollen sie den auch verbieten? Wahrscheinlich nicht.

Gerne lade ich Sie auch auf einen Besuch der Website "Rundstrecke-Ja" ein, um sich ein ganzheitliches Bild vom heutigen Motorsport zu machen, der dieses unsinnige Verbot absolut nicht mehr rechtfertigt.
30. März 2009

Andreas Huber sagte:

Der Mohr hat seine Arbeit getan.........

Der Klimaschutz:
Benzinsparende Technologie entwickeln ist im Motorsport sehr wichtig.
Je weniger Sprit ein Rennauto benötigt, desto länger kann es ohne Stopp fahren.
Diese Technologien fanden und finden oft den Weg in unsere Alltagsautos.

Die Raumplanung:
Die Nordschleife des Nürnburgrings ist 20,8 Km lang und ist nicht massgebend.
Der Teil auf welchem Formel 1 Rennen gefahren werden ist 4,5Km lang.
Die 20 Quadratkilometer sind also ein klein wenig übertrieben.

Der Gesundheitsschutz:
Ich mag keine höllisch lärmenden Kirchenglocken.
Ich gehe auch nicht in die Kirche, trotzdem zahle ich Jährlich die Kirchensteuer, und das nur weil ich weiss das es anderen was bringt.

Der Tourismus:
Ihr Argument zieht nicht, die Tourismuszahlen sind seit etlichen Jahren rückläufig.
Es ist sehr wohl erstrebenswert ein schönes und dennoch Technologisch starkes Land zu sein.
Die Ingenieurinnen und Ingenieure wandern aus weil es hier nix zu tun gibt.

Jeder hat andere Hobbys und es wird sich immer jemand finden der dieses nicht gut findet.

Was wird wohl aus uns werden wenn jeder dem anderen was verbietet?
Werden wir dann alle glücklicher sein?

Warum sind unsere Autos heute so sicher?
Warum bringen sie uns mit so wenig Treibstoff so weit?

Oder andersrum:
Warum will die Politik die Entwicklich von alternativen Kraftstoffen und Antrieben nicht unterstützen?

Nicht 100% Passend aber trotzdem….
Zitat:
Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen!
30. März 2009

Jonas Meier sagte:

Antwort Teil 1

Ein sehr passender und objektiver Beitrag von Herrn Huber. Sehr geehrte Frau Teuscher, sie neigen in ihren Texten und Aussagen leicht zum Populismus und stellen absichtlich falsche Behauptungen auf, obwohl sie es bestimmt besser wissen (Bestes Beispiel: Sie bezeichnen Nürnberg als beispielhafte Rennstrecke, obwohl auf der Nordschleife seit 30 (!) Jahren kein Formel-1-Rennen mehr ausgetragen wurde...
Wieso stellen sie solche Argumente ins Netz, es sind einfach schlichte Unwahrheiten?!
Zum Tourismus: Ich glaube, Ihnen ist nicht entgangen, wie viele Menschen (auch aus dem Ausland) die jeweiligen Rennen besuchen. Von daher beste Werbung für unser Land!
Zum angeblichen anstiften zum Rasertum: Alle bisherigen Massnahmen gegen das Rasen haben nichts gebracht, da sind wir uns einig. Angeblich nimmt das Rasen ja sogar zu, obwohl ich dies anzweifle, ich führe das auf die zigfach höheren Kontrollen (mehrheitlich zurecht!) zurück. Seien wir ehrlich, vor 30 Jahren konnte man ohne Probleme noch mit 1,5 Promille nach Hause fahren, und auch mit 100 durch verlassene Dörfer war kein Problem...
22. April 2009

Jonas Meier sagte:

Antwort Teil 2

Ich will allerdings darauf hinaus, dass die angewendeten Massnahmen gegen das Rasen nichts gebracht haben. Deshalb könnte man doch mal etwas Neues ausprobieren: Wenn man der Jugend und den Automobilverrückten eine Rennstrecke hinstellt, können sie ihren Geschwindigkeitsrausch dort ausleben und fahren dafür im zivilen anständiger. Ich weiss, diese Theorie ist höchst umstritten. Allerdings hat alles andere ja bekanntlich nicht gefruchtet und seien wir ehrlich, für was kauft man sich ein Auto, dass 250, oder gar 320 fährt, um dann bei 120 vom Gas zu müssen.... Man sollte doch die Möglichkeit haben, in unserem wunderbaren Staat auch sein Gefährt anständig und sicher im den Grenzbereich zu bewegen.
Es gibt halt Leute, die haben Freude an der Gechwindigkeit und am Ton, dass ein Verbrennungsmotor unter Volllast von sich gibt...
Liebe Frau Teuscher, lassen sie uns nicht alles verbieten, man kommt sich sonst schon langsam vor wie in einem Käfig, diese elende Verbeiterkultur, die in unserem Land leider Einzug gehalten hat finde ich unsäglich!
Ich würde mich auf eine Antwort auf die Kommentare von Ihnen, geschätzte Frau Teuscher, freuen!
Mit freundlichen Grüssen
22. April 2009

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