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Je weniger Poststellen desto teurer das Netz?

In den letzten Tagen las ich, dass die Schweizer Post in einzelnen Bereichen europaweit die höchsten Tarife hat. Begründet wurde dies damit, dass die Schweizer Post eine flächendeckende Grundversorgung sicherstellen muss. Doch warum kostet unser Poststellennetz immer mehr, obschon wir in den letzten Jahren viele Poststellen geschlossen haben?

Bei mir im Brückfeld-Quartier wurde die Poststelle vor einem Jahr geschlossen. Sparmassnahme nannte man das. Nun bleiben meine Pakete immer länger liegen, weil der Weg zur Post ein weiter ist. Und mit dem Umbau des Bahnhofplatzes wird der Weg für viele Leute zu einer richtigen Reise, weil man nicht mehr mit dem Bus zur Schanzenpost fahren kann. Mir tun all die älteren Leute leid, die nun ihre Pakete über den Bahnhofplatz schleppen müssen. Doch in den letzten Tagen ist mir ein Zeitungsrtikel aufgefallen zum Poststellennetz. Darin hiess es, dass die Schweizer Post zwar einen guten Service bietet, dass sie aber in einzelnen Bereichen, bei Sendungen unter 20 Gramm,  europaweit die höchsten Tarife hat. Beiläufig erfährt man aber, dass man diese tarifäre Kalamität in Kauf nehmen muss, damit die Schweizer Post auch weiterhin einen flächendeckende Grundversorgung finanzieren kann. Womit wir wieder beim Poststellennetz wären, welches das dichteste Europas sein soll. Dieses Poststellennetz kostet aber heute einige hundert Millionen pro Jahr, klagt die Post regelmässig. Es kostet auch erheblich mehr als noch vor vier bis fünf Jahren, obschon es damals einige hundert Postellen mehr gab. Und obwohl man ja gerade aus Kostengründen Poststellen geschlossen hat. In der Logik der Post heisst das also, je weniger Poststellen, desto höher die Kosten des Netzes. Interessant wäre dann zu wissen, wie viel eigentlich Null Poststellen kosten würden?

Kommentare (21)

Marktwirtschafter sagte:

Wer wehrt sich immer gegen Wettbewerb?

Das beste Mittel wäre die vollständige Öffnung des Marktes, dann müsste die Post einmal lernen, was Kundendienst heisst. Aber dagegen wehrt sich die Linke ja stets - ebenso gegen die Gleichbehanndlung des Abzockerbetriebes Nummer eins hierzulande, der Swisscom, die entweder erst dann die Tarife senkt, wenns nicht mehr anders geht - oder kindisch alle möglichen rechtlichen Schritte ausschöpft bis zum Bundesgericht, wenn staatliche Stellen (z.B. die Weko) Bussen verhängen. Solche Ex-Monopolbetriebe sollte man nicht noch protegieren, sondern möglichst dem Markt überlassen.
16. Juli 2007

Bello sagte:

Ja, ja diese Freihandelsideologen

Bis heute hat aus meiner Sicht der Markt nicht ein einziges Problem gelöst, sondern ein paar zusätzliche Geschaffen. Die Gewinne der Swisscom fliessen in die Bundeskasse. Und der Bund erbringt damit Leistungen für die Allgemeinheit. Zum Beispiel zusätzliche Investitionen in Bildung und Forschung. Mehr Markt und Privatisierung bedeutet, die Gewinne fliessen in die Taschen privater Anleger und der Abzockergilde in den Teppichetagen. Das beste Mittel gegen die hohen Tarife der Swisscom ist Boykott und den Anbieter wechseln und die Kartellbehörde mobilisieren.
Was das Postellennetz der Post anbelangt, bin ich mir nicht sicher, ob dieses wirklich nur ein Kostenfaktor ist. Warum nennt uns die Post nicht einmal den Gegenwert dieses Postellennetz.
21. Juli 2007

Thomas sagte:

Es braucht weniger Poststellen...

...weil heutzutage mit Internet einbezahlt wird und Mails statt Briefe geschrieben werden.

Es sollten noch viel mehr Poststellen geschlossen werden. In Bern würde die Schanzenpost genügen - alle anderen Poststellen könnten geschlossen werden, da überflüssig.
25. Juli 2007

skeptiker sagte:

@thomas: kundennah gedacht?

Wie kundennah denkst du denn eigentlich? Ich kenne ziemlich viele Betriebe, die ihre Geschäftskorrespondenz via Brief erledigen müssen (Verträge). Jedesmal zur Schanzenpost rennen ist wohl nicht sehr effizient. Und: schon mal an ältere Menschen gedacht? (der demographische Wandel!) Diese kennen sich nun mal nicht mit Internet und E-Banking aus. Also lieber Thomas: mit solchen Tipps aus dem Hinterland der Realität würde die Post ganz schnell ganz unbedeutend werden.
26. Juli 2007

Thomas sagte:

...

Die jüngeren werden auch Mal älter und wissen wie mit Internet umgehen. Viele Poststellen braucht es nicht mehr. Ich bin auch in einem Dorf aufgewachsen, wo die Post geschlossen wurde - niemand vermisst sie...

Ausserdem soll das Verursacherprinzip eingeführt werden, wer bar einzahlt soll bezahlen - nicht der Empfänger.

Sowenig wie jedes Dorf eine Post braucht, sowenig braucht jedes Quartier eine Post.
12. August 2007

F.Teuscher sagte:

...

Als erstes schliesst die Post, als zweites geht der Laden ein und schliesslich auch noch die Beiz... Und so werden unsere Dörfer zu "Schlafdörfer". Doch diese Entwicklung ist fatal. Denn je älter die Menschen werden, desto mehr bevorzugen sie kürzere Wege. Und alles übers Internet ist doch - ehrlich gesagt, Thomas - auch keine zukunftsweisende Lösung. Denn in einem Laden einkaufen oder in einer Beiz einen Kaffee oder ein Bier trinken, bringt viele soziale Kontakte. Das kann das Internet nicht bieten.
13. August 2007

Thomas sagte:

Der Bäcker im Dorf rentiert...

Eine Beiz, die keine Gäste hat muss dicht machen. Eine Post, die keine Kunden hat, soll offen bleiben? In einer Marktwirtschaft soll angeboten werden, was der Markt will. Der Bäcker im Dorf bleibt bestehen, weil er produziert, was der Markt will: Nämlich frisches Brot und gute Auswahl!

Für die Renter müssen nicht künstlich Poststellen am Leben erhalten werden, dafür gibt es Seniorenessen etc.

14. August 2007

skeptiker sagte:

das stimmt

@thomas: da muss ich dir recht geben. ich sehe auch nicht ein, warum man überall mit einem grossen aufwand etwas am leben erhalten muss, dass eigentlich nicht rentieren kann. aber die andere seite musst du eben auch zur kenntnis nehmen: kommunikation (dazu zählt die post) gehört zu den sog. grunddaseinsfunktionen. ein funktionierender demokratischer staat muss dafür besorgt sein, dass seine bürgerinnen ohne grössere hindernisse kommunizieren können. hier kann aus staatspolitischen gründen schlichtwegs nicht die nackte marktwirtschaft herrschen. das leuchtet dir sicher auch ein?
14. August 2007

Thomas sagte:

...

Nein, das leuchtet überhaupt nicht ein. Ist denn das Kommunikationsbedürfnis eingeschränkt, wenn es z.B. statt 2 Poststellen nur noch eine in Ostermundigen gibt?

Das Poststellennetz kostet übrigens mehr Frau Teuscher, weil die Bareinzahlungen am Schalter immer mehr zurückgehen und in 20 Jahren vielleicht gar nicht mehr existieren. Politikerinnen wie Frau Teuscher richtgen mit ihrer Vogel Strauss Poliktik die Schweiz zu Grunde. Immer mehr Steuern und Abgaben. Das ist nicht grün, sondern kommunistisch.

15. August 2007

skeptiker sagte:

@thomas: einleuchtend...

...ists nicht, wenn man die Stadt nie verlässt: es ist schon klar, dass man wohl nicht in jedem Quartier in der Stadt eine Poststelle haben kann, aber es geht hier auch um Poststellen in peripheren Gebieten. Da kann eine Post tatsächlich ein Identifikationsmerkmal sein. Schau mal nach Frankreich (nicht Paris!) und fahr einmal in die Provinz, dann weisst du wie das in etwa aussehen könnte.
15. August 2007

F.Teuscher sagte:

@thomas

Ich will mit meiner Politik die Schweiz erhalten. Daher setze ich mich ja für eine aktive Klimapolitik ein, damit auch unsere Kinder noch eine lebenswerte Schweiz antreffen. Übrigens zum flächendeckenden Poststellennetz: diese Idee wurde von der CVP ist Parlament eingebracht und nun wird dazu ein Gesetz erarbeitet.
15. August 2007

Malena sagte:

Postelle als Gebäude oder als Service?

Frau Teuscher, mir ist nicht klar, ob Sie Poststellen im Sinne von Gebäuden wollen, oder ob Sie die Dienstleistung flächendeckend haben wollen. Die Post hat ja für Bergtäler mobile Poststellen (Bus) eingeführt, oder Hausdienste. Ich finde, das reicht. Wichtig ist, dass alle Menschen in allen Gemeinden Briefe & Pakete erhalten und versenden können; Zahlungen erledigen und Bargeld beziehen. Wenn ein Schwatz mit dem Pöstler drin liegt, umso schöner.
Die Frage, warum weniger Poststellen mehr kosten ist aber berechtigt: eine Firma soll ja rationell arbeiten, wenn die Schliessungen zu Mehrkosten führen, stimmt wohl was nicht.
16. August 2007

Marktwirtschafter sagte:

Zuerst mal der Post Kundendienst beibringen

Ob die Post im Dorfladen ist, in einem eigenen Gebäude oder per Bus, ist doch völlig egal. Phantasievolle Modelle gibts genügend - nur ist die Post lethargisch. Der sollte man einfach mal Beine machen, besonders punkto Einzahlungen am Schalter, die mir als Geschäftstreibendem statt dem Rückständigen belastet werden, der noch am Schalter einzahlt. Verursacherprinzip! Oder bezahlt mir die Post den Aufwand, über die Spesen Buch zu führen, die ich von den Kunden zurückverlangen muss?!
16. August 2007

Thomas sagte:

...

@ Martkwirtschafter: Yes, genau so ist es. Einen 2-Fränkler pro Einzahlung am Schalter bezahlen (von den Rückständigen...) und die Wirtschaft würde von Spesen entlastet. Aber das will Frau Teuscher nicht. Dem Gewerbe sollen möglichst viele Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, denn wenn die Wirtschaft kaputt geht, gibt es weniger Verkehr und so meint sie die Welt retten zu können.

@ Malena: Zum Bargeld beziehen, gibt es Maschinen, die heissen Postomaten oder Bankomaten, dort wird Geld ausgespukt. Für den Schwatz steht zum Beispiel die Bäckereiverkäuferin zur Verfügung, die den Lohn von einem privaten Bäckermeister und nicht von uns Steuerzahlern erhält.
16. August 2007

Bello sagte:

...

Ist interessant zu wissen, dass die Schweizer Posttarife und der Service public dem Gewerbe schaden und darum Otto Normalverbraucher das Gewerbe via Postgebühren subventionieren soll. Obschon wir die Gewerblern seit Jahren schon subventionieren reifen - über die überhöhten Preise.
23. August 2007

Thomas sagte:

...

Da ist dir der Begriff Subvention nicht ganz klar.

Beim Telefonieren zahlt ja auch nicht der Angerufene die Rechnung, sondern derjenige der die Nummer wählt.

Es muss ja nicht einmal das Gewerbe betreffen. Wenn Frau Teuscher zum Beispiel Spenden bekommt für Ihren Wahlkampf, muss sie hunderte von Franken Spesen der Post abliefern, weil viele Anhänger von ihr mit dem Postbüechli auf die Poststelle gehen...


24. August 2007

Bello sagte:

...

Wenn wir diese Logik etwas weiterspinnen, heisst das noch nichts anderes, als dass Migros und Coop künftig auch Gebühren verlangen werden, wenn ich an der Marktgasse einkaufe, statt das Huhn via Internet im le shop zu posten.

Was das Telephonieren angeht, ist die Antwort von Thomas nicht ganz korrekt. Wenn mich jemand mit seinem Handy aus dem Ausland anruft, zahle ich ebenfalls Gebühren.

Das ganze Problem ist doch, dass der Herr Gygi einfallslos ist, und mit seinen Poststellen nichts anzufangen weiss, als dort ein paar Ständer mit Sugus aufzustellen. Wenn er hingegen seine Poststellen zu richtigen Servicezentren umbauen würde, dann würden wir hier nicht über rentable Postellen reden. Zum Beispiel: Es müsste doch möglich sein, dass ich auf der Post ID, Pass, Wohnortsänderungen usw erledigen kann. Das wäre mal eine echte Innovation. Und nicht dass wir alle zuhause vor unseren Bildschirmen sitzen und das gesamte Leben übers Internet ablaufen lassen. Poststellen sind ja nicht nur einfach Poststellen, es sind auch Begegnungsstätten für viele Menschen. Und für Randregionen eine zentrale Einrichtung. Aber natürlich denkt man im Mittelland, Randregionen sind lediglich ein Kostenfaktor. Als Randregionen-Siech sage ich dann: Gut - streichen wir den Finanzausgleich. Aber dann verlange ich, dass die Stromkonzerne aus dem Mitteland für die Nutzung der Ressource Wasser, das Berggebiet zum Beispiel korrekt entlöhnen. Dann steigen aber in der Stadt Bern die Stromtarife, und dann jammern wieder alle.
25. August 2007

Thomas sagte:

...

Wenn Du einen Brief aufgibst zahlt ja auch Du die Briefmarke und nicht der Empfänger. Sorry, ist völlig unlogisch, dass der Empfänger für Einzahlungen zahlen soll.
25. August 2007

Thomas sagte:

...

Noch was: Für Passänderungen etc. soll nun auch die Post zuständig sein. Schon mal was von der Einwohnerkontrolle der Gemeinde gehört?
26. August 2007

Marktwirtschafter sagte:

Phantasie bitte!

Völlig einverstanden, was die Schaltereinzahlungen angeht. Ds ist schlicht ein Skandal.

Andere Services: Wieso eigentlich nicht? Die Einwohnerkontrolle hat doch auch meist völlig kundenfeindliche Öffnungszeiten. Also sollten doch vorab kleine Gemeinden "Service Centers" eröffnen, die alle möglichen Dienstleistungen anbieten, die man als Bürger so braucht. Und das möglichst auch über den Mittag und abends, wenn man Zeit hat. Kann von mir aus auch ein Schalter im Dorfladen oder in der Bäckerei sein. Der Bund schafft dafür die gesetzlichen Grundlagen ASAP.
26. August 2007

Bello sagte:

...

Damit wir nicht den Faden verlieren: Du Thomas bist dafür, dass jeder, der am Postschalter Einzahlungen tätigt, zbsp. 2 Franken Gebühren zahlt. Dass wir also das System umkehren. Ich sagen nicht, dass man das nie ändern soll. Mich stört jedoch die Tatsache, dass das Gewerbe erst jetzt jammert, wo das Postkonto etwas kostet. Früher hat dieses Gewerbe die eigenen Zahlungen über die Post laufen lassen, das war ja gratis, das Inkasso wickelt man hingegen über die Bank ab.
Es gibt ausserdem immer noch sehr viele Menschen, die für Einzahlungen gerne den Postschalter benutzen. Noch 2005 wurden am Postschalter zsp. rund 231 Millionen Einzahlungen mit einem Volumen von nicht weniger als 105,5 Milliarden Franken getätigt. Soll man diese Leute alle in ein Umerziehungslager schicken.
Natürlich ist die Zukunft online. Solange ich aber in der Stadt Bern einen halben Tag bei der Einwohnerkontrolle herumstehen muss, wenn ich mich anmelden will, solange sollten wir uns auch noch ein paar Poststellen leisten und Bareinzahlungen gebührenfrei möglich sein.
Das Gewerbe wird deswegen nicht vor die Hunde gehen. Wer in der Berner Altstadt weit über hunderttausend Franken für Miete hinblättern kann, wird wohl noch ein paar Batzen übrig haben, für die Postgebühren.
26. August 2007

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