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Noch 3 Monate bis zu den Nationalratswahlen

23. Juli - Noch 3 Monate bis zu den Nationalratswahlen. In der ganzen Atom-Ausstiegsdebatte dürfen die gravierenden Folgen des Klimawandel nicht vergessen gehen. Angesichts der Hungersnot in Afrika hat der UN Sicherheitsrat den Klimawandel diese Woche als Bedrohung des Weltfriedens eingestuft. Doch schlussendlich hat es jede Nation selbst in der Hand endlich etwas zu unternehmen - wir müssen endlich unsere Verantwortung wahrnehmen!

Ich bin bestürzt über die Ereignisse in Norwegen und möchte deshalb meine ersten Zeilen den Opfern und ihren Angehörigen widmen, auch wenn dies nicht das vorgesehene Thema dieses Blog ist (weiter unten ist die Fortsetzung). Doch eigentlich fehlen mir die Worte – ich bin sprachlos, entsetzt und betroffen. Es ist unfassbar und schrecklich, dass engagierte Jugendliche einen sinnlosen Tod sterben mussten wegen einem Rechtsfanatiker. Solche Ereignisse machen Angst und stimmen nachdenklich... Die Worte von Norwegens Ministerpräsident Stoltenberg sprechen für mich die wichtigen Themen an: «Die Antwort auf Gewalt ist mehr Demokratie, mehr Menschlichkeit, aber nicht mehr Naivität», sagte er. «Niemand wird uns durch Bomben zum Schweigen bringen, niemand wird uns durch Schüsse zum Schweigen bringen.“

Ich wünsche Norwegen, den Angehörigen und den Überlebenden ganz viel Kraft.

 

23. Juli – jetzt sind es noch genau 3 Monate bis zu den Nationalratswahlen. Genau heute vor zwei Jahren fegte ein gewaltiges Unwetter über das Mittelland. Hagelkörner so gross wie Golfbälle, Regen und Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern in der Stunde richteten grosse Verwüstungen an. Dächer, Fassaden und Fenster gingen kaputt, und die Landwirtschaft verlor einen Grossteil ihrer Ernte. Ich hatte gehofft, dass dieser Sommer wettermässig ruhiger verläuft als 2009. Doch auch Anfang dieses Monates fegten heftige Gewitter über die Schweiz und trafen insbesondere den Kanton Aargau stark. Dies stimmt mich nachdenklich, denn leider müssen wir mit fortschreitendem Klimawandel damit rechnen, dass solche Unwetter und Lawinen, Steinschläge und Überschwemmungen zunehmen. Dass schmilzende Gletscher, steigende Meeresspiegel und weitere Auswirkungen des Klimawandels katastrophale Folgen haben, verallgegenwärtigt uns die tragische Hungersnot im Horn von Afrika.

Anfangs dieses Monates zog die Sonntags Zeitung eine interessante Parallele: Der Vergleich des Kippschalters der Selbstanzündung von Mohammed Bouazizi und den arabischen Revolutionen mit den sechs Kippschaltern des Klimawandels – oder wie eine kleinste (Temperatur-)Veränderung drastische Folgen haben kann, von denen es kein Zurück mehr gibt. Anlass des Artikels war die Veröffentlichung eines Berichtes, in dem ein Forscherteam sechs Kippschalter des Klimawandels genauer analysierte. Darin wird das Schmelzen der Alpengletscher als einer der empfindlichsten Kippschalter genannt – schon bei einer Erwärmung von zwei Grad gegenüber heute würden von den Gletschern nur Reste bleiben.

Dennoch gibt es auch immer wieder Kontroversen, und auch die Kippschalter des Klimas sind noch nicht durchwegs erforscht. Doch das Vorsorgeprinzip besagt, dass wir trotz fehlender Gewissheit bezüglich Art, Ausmaß oder Eintrittswahrscheinlichkeit von möglichen Schadensfällen vorbeugend handeln müssen, um diese Schäden von vornherein zu vermeiden. Deshalb würde ich die Aussage von Herrn Wilfried Haeberli, Glaziologe and der Universität Zürich, sofort unterschreiben. Er sagt, dass wir - wie bei der Kernenergie - auch bei der Klimafrage überlegen müssen, auf welche Dimension von langfristigen Risiken wir uns einlassen wollen, können oder dürfen. Denn das Wegschmelzen der Gletscher ist nicht nur Verlust von touristischem Kapital für die Schweiz...

2012 läuft das Kyoto-Protokoll aus und noch ist kein verbindlicher Nachfolger da, denn auch die letzte UN-Klimakonferenz in Cancùn brachte keine verbindlichen Ergebnisse. Zudem hat die Schweiz trotz der verbindlichen Verpflichtung bis 2012 ihre Hausaufgaben nicht zufriedenstellend erledigt: Nur dank Kompensation im Ausland werden wir vielleicht unser Ziel erreichen. Wir müssen den Atomausstieg vorantrieben, aber dürfen die drastischen Folgen des Klimawandels und die Klimapolitik nicht vergessen. Dass der UN Sicherheitsrat den Klimawandel nun als Bedrohung des Weltfriedens eingestuft hat, ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Doch wohltönende internationale Vereinbarungen haben wir ja schon in Rio 1992 unterzeichnet. Schlussendlich hat es jede Nation selbst in der Hand einen Beitrag zu leisten. Deshalb und weil Sommerzeit für viele auch Ferienzeit ist lautet mein Sommermotto :

Im Sommer blaumachen und Sonnenenergie tanken.

Im Herbst Grün wählen und auf Sonnenenergie setzen!

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