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Die Grünen sind noch nicht reif für ein Co-Präsidium
Gerne hätte ich die Parteileitung der Grünen Schweiz als Co-Präsidium ausgestaltet. Ich bin überzeugt, es wäre für die Grünen von Vorteil gewesen, neben dem erfahrenen Vizepräsidenten aus der Romandie eine in Umwelt- und Klimafragen profilierte Frau aus der Deutschschweiz im Co-Präsidium vertreten zu haben. Doch für ein Co-Präsidium braucht es immer zwei. Ueli Leuenberger war nicht davon zu überzeugen. Um eine Lösung im Interesse der Partei zu finden, habe ich mich letzen Donnerstag entschieden, meine Kandidatur fürs Co-Präsidum zurückzuziehen. Ich stehe nun der Delegiertenversammlung als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz zur Verfügung, um meine Kernkompetenzen auf diese Art in die Parteileitung einzubringen.
Titel in den Medien wie „Geschlechterkampf bei den Grünen“ oder „ Deutschschweizer Frau gegen welschen Mann“ oder „La Femme qui barre la route d’Ueli Leuenberger“ haben mich erschreckt. Bei meinen Überlegungen für das Co-Präsidium ging es mir immer um die beste Leitungsform für die Grüne Partei Schweiz. Mir ging es nie um Macht oder um eine Kandidatur gegen Ueli Leuenberger.
Ich bin überzeugt, dass das Co-Präsidium die ideale Leitungsform für die Grünen Schweiz ist. Die deutschen und belgischen Grünen haben diese Form auch umgesetzt. Für die Schweizer Parteien wäre das Co-Präsidium heute einzigartig. Und wir wären auch die einzigen in der Parteienlandschaft der Schweiz mit einer Frau mit an der Spitze. Denn SVP, FdP, CVP, Grünliberale und SP sind heute alle in Männerhand.
Wir Grüne würden mit einem Co-Präsidium gegen aussen aufzeigen, dass wir Vorreiter sind und auch bei unserer Parteileitung auf ein innovatives Führungsmodell setzen. Die Forderung, Leitungsfunktionen zu teilen, gehört zu unserem politischen Programm. Dieses auch bei sich umzusetzen, gehört für mich zur politischen Glaubwürdigkeit.
Heute bezeichnen sich fast alle Parteien als grün. Dass wir das „grüne Original“ sind, müsste man daher aus meiner Sicht im Co-Präsidium abbilden.
Für ein Co-Präsidium braucht es immer mindestens zwei Leute. Ich war überzeugt, meinen Wunschpartner, Ueli Leuenberger, von diesem Modell zu überzeugen. Doch ich habe eingesehen, dass dies nicht zu schaffen ist.
Ich stand also vor der Wahl, alleine und gegen Ueli Leuenberger als Präsidentin anzutreten oder meine Kandidatur als Co-Präsidentin zurückziehen.
Seit ich politisch aktiv bin, ist es mir immer darum gegangen als politisches Kollektiv, als politische Partei, einen Beitrag für eine ökologischere und sozialere Schweiz und eine gerechtere Welt zu leisten. Ich bin zur Einschätzung gekommen, dass wir Grüne mit einer Kampfwahl um das Präsidium nichts zu gewinnen hätten. Im Gegenteil: wir hätten unsere Energie in einen internen Wahlkampf gesteckt statt in die Umsetzung grüner Politik. Wir wäre Gefahr gelaufen, dass die Leute gesagt hätten, nun ginge es auch bei den Grünen nur noch um Machtpositionen und Ämter. Und am Schluss hätten wir eine Gewinner- und eine Verliererseite gehabt. Das hätte uns die Zusammenarbeit für die Zukunft erschwert.
Darum habe ich mich – nach Absprache mit dem Co-Präsidium der Berner Grünen – entschieden, meine Kandidatur als Co-Präsidentin der Grünen Schweiz zurückzuziehen. Es ist mir nicht ganz leicht gefallen, weil ich inhaltlich nach wie vom Co-Präsidium überzeugt bin. Ich bezeichne mich aber auch als „lösungsorientiert“. Das heisst, dass man sich in einer verfahrenen Situation bewegen muss, um Hand zu einer Lösung zu bieten, die man selber als zweitbeste erachtet.
Der Wahlausschuss hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz in der Parteileitung mitzuarbeiten. Weil ich gerne einen Beitrag leisten will, um die grüne Partei mit unseren vier Schwerpunkten „ökologisch konsequent, wirtschaftlich nachhaltig, sozial engagiert, global solidarisch“ weiter zu stärken, habe ich zugesagt.
Ich bin zuversichtlich, dass ich mit Ueli Leuenberger gut zusammenarbeiten werde. Ich habe dies in den vergangenen Jahren im Nationalrat auch getan. Wir hatten in den vergangenen Monaten eine unterschiedliche Einschätzung, wie unsere Partei geleitet werden soll. Diese Frage ist jetzt geklärt. Ich möchte gerne „in der Equipe“, wie Ueli Leuenberger das nennt, mitarbeiten.
Klima und Umwelt sind die Kernthemen der Grünen. Hier erwarten die Wählerinnen und Wähler von uns auch Vorschläge, um den Klimawandel abzubremsen und die Umwelt zu schützen. Diesen Themen werde ich mich auch in der Parteileitung widmen, und die Grünen als die Partei positionieren, welches sich konsequent für ein gutes Klima für uns alle einsetzt.
Ich bin überzeugt, dass das Co-Präsidium die ideale Leitungsform für die Grünen Schweiz ist. Die deutschen und belgischen Grünen haben diese Form auch umgesetzt. Für die Schweizer Parteien wäre das Co-Präsidium heute einzigartig. Und wir wären auch die einzigen in der Parteienlandschaft der Schweiz mit einer Frau mit an der Spitze. Denn SVP, FdP, CVP, Grünliberale und SP sind heute alle in Männerhand.
Wir Grüne würden mit einem Co-Präsidium gegen aussen aufzeigen, dass wir Vorreiter sind und auch bei unserer Parteileitung auf ein innovatives Führungsmodell setzen. Die Forderung, Leitungsfunktionen zu teilen, gehört zu unserem politischen Programm. Dieses auch bei sich umzusetzen, gehört für mich zur politischen Glaubwürdigkeit.
Heute bezeichnen sich fast alle Parteien als grün. Dass wir das „grüne Original“ sind, müsste man daher aus meiner Sicht im Co-Präsidium abbilden.
Für ein Co-Präsidium braucht es immer mindestens zwei Leute. Ich war überzeugt, meinen Wunschpartner, Ueli Leuenberger, von diesem Modell zu überzeugen. Doch ich habe eingesehen, dass dies nicht zu schaffen ist.
Ich stand also vor der Wahl, alleine und gegen Ueli Leuenberger als Präsidentin anzutreten oder meine Kandidatur als Co-Präsidentin zurückziehen.
Seit ich politisch aktiv bin, ist es mir immer darum gegangen als politisches Kollektiv, als politische Partei, einen Beitrag für eine ökologischere und sozialere Schweiz und eine gerechtere Welt zu leisten. Ich bin zur Einschätzung gekommen, dass wir Grüne mit einer Kampfwahl um das Präsidium nichts zu gewinnen hätten. Im Gegenteil: wir hätten unsere Energie in einen internen Wahlkampf gesteckt statt in die Umsetzung grüner Politik. Wir wäre Gefahr gelaufen, dass die Leute gesagt hätten, nun ginge es auch bei den Grünen nur noch um Machtpositionen und Ämter. Und am Schluss hätten wir eine Gewinner- und eine Verliererseite gehabt. Das hätte uns die Zusammenarbeit für die Zukunft erschwert.
Darum habe ich mich – nach Absprache mit dem Co-Präsidium der Berner Grünen – entschieden, meine Kandidatur als Co-Präsidentin der Grünen Schweiz zurückzuziehen. Es ist mir nicht ganz leicht gefallen, weil ich inhaltlich nach wie vom Co-Präsidium überzeugt bin. Ich bezeichne mich aber auch als „lösungsorientiert“. Das heisst, dass man sich in einer verfahrenen Situation bewegen muss, um Hand zu einer Lösung zu bieten, die man selber als zweitbeste erachtet.
Der Wahlausschuss hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz in der Parteileitung mitzuarbeiten. Weil ich gerne einen Beitrag leisten will, um die grüne Partei mit unseren vier Schwerpunkten „ökologisch konsequent, wirtschaftlich nachhaltig, sozial engagiert, global solidarisch“ weiter zu stärken, habe ich zugesagt.
Ich bin zuversichtlich, dass ich mit Ueli Leuenberger gut zusammenarbeiten werde. Ich habe dies in den vergangenen Jahren im Nationalrat auch getan. Wir hatten in den vergangenen Monaten eine unterschiedliche Einschätzung, wie unsere Partei geleitet werden soll. Diese Frage ist jetzt geklärt. Ich möchte gerne „in der Equipe“, wie Ueli Leuenberger das nennt, mitarbeiten.
Klima und Umwelt sind die Kernthemen der Grünen. Hier erwarten die Wählerinnen und Wähler von uns auch Vorschläge, um den Klimawandel abzubremsen und die Umwelt zu schützen. Diesen Themen werde ich mich auch in der Parteileitung widmen, und die Grünen als die Partei positionieren, welches sich konsequent für ein gutes Klima für uns alle einsetzt.
Kommentare (4)
vater
sagte:

Fantasie aus weiblicher Sicht:
Frau Täuscher ich habe da einen Artikel gefunden (von seinerzeit), würden Sie heute noch dazu stehen können. Mir scheint das doch bedenklich jemanden zu unterstützen, der solches Gedankengut vertritt.„Wenn die Frau den Mann zu einer Verhaltensänderung bringen will, dann führt der Weg übers Auto. Das Strafgesetz sieht vor, dass derjenige, der seine familienrechtlichen Unterstützungspflichten nicht erfüllt, obschon er über die Mittel dazu verfügt, ins Gefängnis kommt. Das ist eine wuchtige Sanktion, aber in diesem Fall ein sehr ungeeignetes Mittel, denn die Gefängnisstrafe kann dazu führen, dass der Zahlungspflichtige seinen Erwerb verliert und damit zahlungsunfähig wird. Gesucht ist also eine effiziente Massnahme, um die Zahlungspflicht bezüglich Alimenten zu verbessern. Was liegt da näher, als das Auto, das Männlichkeitsidol, heranzuziehen? Die Frau muss dem Mann nur androhen, sie würde ihm sein geliebtes Spielzeug wegnehmen, wenn er die Alimente nicht bezahle, und schon kommt das Geld ins Rollen, denn ohne Auto wäre ein Mann halt doch nur ein halber Mann.“ Siehe auch:97.3615 - Amtliches Bulletin - Nationalrat - 03.03.99-15h00
Franziska
sagte:

Keine weibliche Fantasie sondern Realität in Californien
@vater: ein Zitat ohne Zusammenhang ist für "Nichteingeweihte" kaum zu verstehen. Hier daher der Hintergrund: Es gibt viele Männer, welche ihre geschuldeten Alimente den Frauen und Kindern nicht bezahlen wollen. Unter anderem auch daher leben alleinerziehende Frauen häufig in Armut. In Californien war dies auch der Fall. Dann setzte man gesetzlich eine drastische, aber sehr effiziente Massnahme um. Das Gesetz sieht vor, dass man Männer, die trotz Mahnung ihre Alimente nicht bezahlen wollen, den Fahrausweis entzieht. Und was war die Folge? Die Alimente wurden viel häufiger bezahlt, weil "mann" Angst vor Führerausweisenzug hatte. 1999 verlangte ich daher mit einem parlamentarischen Vorstoss, diese Massnahme in der Schweiz auch zu konkretisieren - im Interesse der betroffenen Frauen und Kinder. Warum sollte bei uns nicht auch Erfolg haben, was in Californien seit Jahren Realität ist?
konservativer vater
sagte:

Realitätsverlust...
frau täuscher.eigentlich könnte ich jetzt seitenlang schreiben über ihr gedankengut, das sie hier vertreten. früh hat man leute wie sie verbrannt. heute haben sie internetseiten und dürfen diesen schwachsinn öffentlich machen...
Ben Palmer
sagte:

Stereotypen
Frau Teuscher, schön, dass Sie in California ein Beispiel gefunden haben, wie man es machen soll. Und was würden Sie Frauen, wegnehmen, die ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen? Wie soll ein Mann seinen Unterhaltspflichten nachkommen können, wenn man ihm die zur Berufsausübung erforderliche Fahrerlaubnis wegnimmt?Ihr Artikel basiert auf sexistischen Stereotypen, offenbar werden sie immer noch am Leben erhalten.
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