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Bei den erneuerbaren Energien geht uns die Arbeit noch lange nicht aus

Im Klimaschutz sind wir noch lange nicht am Ziel. Der Nationalrat hat mit 107 zu 76 Stimmen die Klimainitiative abgelehnt. Schade, denn die Klimainitiative ist eine grosse Chance für die Schweiz. Und sie ist eine Art Risikoversicherung. Wenn das Wetter nach Regen ausschaut, nehme ich einen Regenschirm mit. Wir müssen aber auch vorsorgen, damit das Fieberthermometer der Erde nicht weiter klettert. Ich freue mich, dass die Volksinitiative „Neue Arbeitsplätze dank erneuerbaren Energien“ lanciert wurde. Sie ist eine perfekte Ergänzung zur Klimainitiative. 
Im Klimaschutz sind wir noch lange nicht am Ziel. Der Nationalrat hat der Klimainitiative eine Abfuhr erteilt. Schade, denn die Klimainitiative ist eine grosse Chance für die Schweiz. Es kommt uns nämlich billiger, ja viel billiger, wenn wir heute vorbeugen als morgen die Schäden reparieren. Ich erinnere mich noch gut an die entsprechenden Berechnungen des früheren Chefökonomen der Weltbank, Sir Nicolas Stern. Er hat im Auftrag der britischen Regierung die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels untersucht und kam in seinem Bericht genau zu diesem Schluss.  

Wenn das Wetter nach Regen ausschaut, nehme ich einen Regenschirm mit. Im Winter montieren diejenigen, die ein Auto haben, Winterreifen auf ihr Fahrzeug. Wir müssen aber auch vorsorgen, damit das Fieberthermometer der Erde nicht weiter klettert. So gesehen ist die Klimainitiative eine Risikovorsorge. 

Das Reduktionsziel, welches uns die Klimainitiative vorgibt, können wir durch effizientere Nutzung der Energieträger sowie durch Förderung von erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind, Erdwärme und Holz erreichen. Das bedeutet nicht, dass wir auf Komfort verzichten müssen. Wir schaffen neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen. Eine Studie von McKinsey, die vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde, schätzt, dass mit der Umsetzung von griffigen Klimaschutzmassnahmen zusätzlich 11‘000 neue Arbeitsplätze entstehen können. Zudem könnte die Schweizer Exportindustrie ihren Umsatz im Bereich der Klimaverträglichen Technologien innerhalb  10 Jahren verdreifachen und weltweit 48 000 Arbeitsplätze schaffen davon rund 16‘000 in der Schweiz. Ich freue mich, dass die Volksinitiative „Neue Arbeitsplätze dank erneuerbaren Energien“ lanciert wurde. Selbstverständlich sind wir Grüne mit dabei. Die Initiative verlangt, dass Bund und Kantone gemeinsam die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien sicher stellen. Bis 2030 soll die Energieversorgung in der Schweiz zur Hälfte aus erneuerbarer Energie stammen.

Nebenbei kann man sich auch fragen: Was soll daran falsch sein, dass wir künftig mit unseren Ressourcen sparsamer umgehen? Erdöl, Erdgas und Kohle sind nicht endlos verfügbar. Sie neigen sich sogar schneller zu Neige als uns lieb ist. Das wird auf der Welt zu grossen Verteilkämpfen führen und zu Konflikten. Was also ist schlecht daran, wenn wir unsere Auslandabhängigkeit so rasch als möglich reduzieren? Damit wir uns vom fossilen Zeitalter abkoppeln können, brauchen wir Leitplanken - dann brauchen wir Eckwerte wie die Klimainitiative. Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung hinter der Klimainitiative stehen wird.   

Kommentare (6)

vivendi sagte:

...

"Zudem könnte die Schweizer Exportindustrie ihren Umsatz im Bereich der Klimaverträglichen Technologien innerhalb 10 Jahren verdreifachen"
Für die Produktion dieser Technologien bietet sich insbesondere China an. Dort werden Solarpanel billiger fabriziert als bei uns. Und Umweltprobleme kennt man dort nicht:
http://snipurl.com/v3mb7
27. März 2010

Muntwyler Urs sagte:

CH-Solarjobs: wir sind noch am Anfang!

Die Basis muss die Anwendung bei uns sein.
Wir sollten uns nicht auf China verlassen. Ob die chinesischen Solarmodule so umweltfreundlich wie in Europa hergestellt werden, würde ich bezweifeln bzw. vorher separat abklären, bevor ich sie einsetzen würde.
Wir haben heute schon 4'000 Arbeitsplätze in der PV-Branche der Schweiz, davon 95% im Export. In der Schweiz haben wir eine politische Blockade, die muss man politisch beseitigen.
31. März 2010

Anliker Ernst sagte:

ERNEUERBARE ENERGIE

Das Unnwort unserer Zeit: Erneuerbare Energie? Ein Stück Holz, das wir verbrennen, können wir nicht erneuern. Das ist weg. Ein Sonnenstrahl trifft auf unseren Boden, den können wir auch nicht erneuern. Einen Tropfen Oel den wir verbrennen, der ist auch weg. Also frage ich mich , was soll das heissen: Erneuerbare Energie??
02. April 2010

F.Teuscher sagte:

Erneuerbare Energien - ein Unwort?

@aniker ernst: Es ist so tatsächlich so, dass sich gewisse Begriffe in unserer Sprache mit der Zeit einbürgern. Und es ist richtig, dass wir solche Begriffe auch kritisch hinterfragen. „Erneuerbare Energien“ ist ein solcher Begriff. Für mich ist er allerdings kein "Unwort", sondern mir gefällt er. Er macht deutlich, dass sich diese Energieträger kurzfristig selber erneuern und dass sich ihre Quelle nicht erschöpft. Wasser und Sonne sind die wichtigsten erneuerbaren Energieträger – sie stehen uns Menschen quasi unendlich und gratis zur Verfügung.
04. April 2010

Anliker Ernst sagte:

ok

Wir Menschen wollen die Sonnenenergie nutzen? Aber: jeder cm2 Solarzelle braucht im Hintergrund ein Kraftwerk , wenn die Sonne nicht scheint , muss das Strom liefern??? Also bauen wir doppellt?? So etwas kann doch NIE wirtschaftlich sein. Warum lassen wir die Sonne nicht an unsere Häuser, um sie zu wärmen? Warum dämmen wir die Sonne weg? Warum bauen wir Menschen solche Schimmelhäuser?
07. April 2010

Urs Muntwyler sagte:

Das Kraftwerke können wir uns sparen!

Die Sonne scheint am Tag, wenn wir in der Schweiz am meisten Strom brauchen. Es wird dann weniger Wasser durch die Pumpspeicherwerke fliessen. Dies geht bis ca. 10 GWp - beim aktuellen KEV-Deckel dauert das etwa 200 Jahre bis wir das gebaut haben! Wenn Sie ein Haus nach den neuen Energievorschriften bauen, so können wir mit 40-60m2 Solarstromfläche das Haus mit einer Wärmepumpe auf Null bringen im Jahresverbrauch.
26. September 2010

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