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Auf „GA light“ setzen statt PendlerInnen mit teureren Billetpreisen bestrafen

Ich konnte es kaum glauben, was ich letzten Freitag in der Zeitung las: Die SBB wollen in den Stosszeiten die Preise für Billets erhöhen. Damit werden die Pendlerinnen und Pendler bestraft. Und manch einer überlegt sich so, doch wieder lieber mit dem eigenen Auto zu Arbeit zu fahren. Mit solchen Preisaufschlägen erweisen wir dem Klima und der Umwelt einen Bärendienst. Auch der VCS hat sich Gedanken gemacht zur besseren Auslastung der Züge. Wir wollen nicht die Pendlerinnen und Pendler bestrafen, sondern die Leute motivieren, mit einem „GA light“ auf ruhigere Zeiten auszuweichen.

Letzten Freitag kündete die SBB an, die Billetpreise nach Tageszeiten zu differenzieren. In den Stosszeiten am Morgen und am Abend sollen die Tarife steigen. Damit werden die Pendlerinnen und Pendler bestraft, die morgens pünktlich an der Arbeit sein müssen und deshalb nicht auf billigere Zeiten ausweichen können. Und damit werden auch diejenigen bestraft, die auf den umwelt- und klimaschonenden öffentlichen Verkehr setzen und nicht mit dem eigenen Auto unterwegs sind. Der motorisierte Strassenverkehr ist bei uns hauptverantwortlich für den Klimawandel. Ein Drittel des CO2-Ausstosses in der Schweiz kommt aus dem Strassenverkehr. Deshalb lehne ich übermässige Tariferhöhungen im öffentlichen Verkehr ab. Vielmehr müssen wir vermehrt Anreize schaffen, dass noch mehr Leute ihr Auto in der Garage stehen lassen und mit Bahn und Bus unterwegs sind.
Es ist nahe liegend, dass die SBB ihre Züge besser auslasten will. In den Stosszeiten wird Bahnfahren oft zum Stress, weil Sitzplätze eine Mangelware sind. Daher habe auch ich nichts einzuwenden gegen eine massvolle Preisdifferenzierung, um so die Nachfrage kundengerecht zu lenken. Vor ein paar Wochen hat der VCS zur besseren Auslastung der Züge ausserhalb der Spitzenzeiten ein „GA light“ vorzuschlagen. Der Geltungsbereich dieses neuartigen GA wäre auf den meisten Verbindungen mit jenem des normalen Generalabonnements identisch. In den Spitzensunden jedoch würde es auf jährlich genau zu definierenden und im Fahrplan ausgewiesenen, überlasteten Strecken bzw. Zügen nur als Halbtaxabonnement gelten. Damit würden die Passagiere gleichmässiger über den Tag verteilt, und schwach frequentierte Züge würden besser ausgelastet.
Als VCS-Präsidentin schlage ich der SBB vor, dieses neue, attraktive Abonnement genau zu prüfen. Denn damit kann die SBB sogar zusätzliche Reisende gewinnen, was sich auf die Einnahmen positiv auswirken wird.

 

Kommentare (6)

Walter Koller sagte:

Ursachen bekämpfen

Wen eigentlich will man dazu motivieren, statt während den Hauptverkehrszeiten am frühen Morgen und am Abend besser tagsüber zu reisen? Wer zur Arbeit fährt, muss dies vor 9 Uhr und wer nach Hause will ab 17 Uhr tun können. Zwischendurch (von 9-17) fahren noch Geschäftsleute und ein paar Touristen. Auch wer in der Freizeit einen Ausflug machen und dazu den Zug nutzen will, muss morgens früh aus dem Haus und kommt spät zurück.

Entweder die SBB stellt am Morgen und am Abend mehr Rollmaterial zur Verfügung (was teuer und nicht rentabel ist) oder wir packen das Problem bei den Ursachen an: Wir müssen die Pendlerströme am Morgen und am Abend reduzieren.

Wir müssen die Arbeitgeber dazu verpflichten, für ihre Mitarbeiter mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen (selber zu bauen), damit die Menschen wieder vermehrt dort wohnen können, wo sie auch arbeiten. Unsere Grossväter hatten dafür noch Sinn: Sie bauten Fabriken in Landgemeinden und dazu auch gleich ein paar Wohnblocks und/oder Einfamilienhaus-Siedlungen - im Interesse der Allgemeinheit. Heute klotz man mit Luxus-Bürobauten und Fabrikanlagen mit Parkplatzparks und vergisst, wo denn die Mitarbeiter wohnen sollen – das ist alles andere als im Interesse der Allgemeinheit. Wir müssen die Arbeitgeber verpflichten, für mindestens 50% ihrer MitarbeiterInnen eigenen und günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Statt in irgendwelche Immobilien könnten z.B. Pensionskassengelder in solche nicht spekulative Wohnbauprojekte investiert werden.
26. Oktober 2008

ernst anliker sagte:

Zu VIELE

Liebe mitMenschen
Wir haben eigentlich nur ein Problem. Auf der Erde gibt es zu viele Menschen, im besonderen auch in der Schweiz. Da dieses heisse Eisen nie von einem Politiker angefasst wird, wird NIE etwas ändern..LG
25. Februar 2009

vivendi sagte:

Freiwillige vor!

@E. Anllkier: Wir suchen fieberhaft nach Freiwilligen, die bereit sind, diesen Planeten kurzfristig und vorzeitig zu verlassen. Wir haben Sie auf unserer Liste vorgemerkt ...
15. März 2009

F. Teuscher sagte:

Überlegen ist nötig

Wie viele Menschen auf unserem Planten leben können, ist eine schwierige Frage. Doch zwei Dinge weiss ich sicher: 1. Wenn wir die Nahrungsmittel gerecht verteilen würden, hätten alle Leute genug zu essen. 2. Die Schweiz ist nicht überbevölkert - wir leben aber - verglichen mit dem Rest der Welt - über unseren Verhältnissen.
15. März 2009

Vincenzo sagte:

Billetpreise sind bereits jetzt an Schmerzgrenze

Die Politik, Der Bund und die SBB als Bundesbetrieb müssen sich entscheiden ob die Leute mit dem Auto oder mit der Bahn zur Arbeit fahren sollen. Falls man sich für letzteres entscheidet liegen Tariferhöhungen, mit denen man die Pendler absichtlich aus den Zügen vertreibt offensichtlich nicht drin. Zugfahren ist in der Schweiz jetzt schon viel zu teuer! Es bleibt nur der Ausbau der Infrastruktur durch den Bund.
22. Juli 2009

vivendi sagte:

Nahrungsmittel gerecht verteilen?

Liebe Frau Teuscher, wie wollen Sie denn die Nahrungsmittel verteilen? Mittels Flugbrücken und Lastwagenkonvois? Dass wir überhaupt genügend Nahrungsmittel haben (wie Sie behaupten) ist in erster Linie dem Fortschritt unserer Wissenschaft und Technik zu verdanken, und diese wiederum der Verfügbarkeit von günstiger Energie in jeder Form. Nun laufen ja die Bestrebungen der Grünen dahin, die Energie mit hohen Abgaben zu belasten, damit wird das Geld an die "Drittwelt"-Länder verteilen können, darunter China und Indien. Glauben Sie wirklich, dass wir damit unsere Nahrungsmittelversorgung nachhaltig sichern können?
12. November 2009

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