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Meine Positionen zur Energie

Die Atomkatastrophe von Fukushima hat der ganzen Welt gezeigt, dass Atomkraftwerke keine Lösung sind, sondern ein grosses Risiko darstellen. Mittlerweile will sogar der Bundesrat aus der Atomenergie aussteigen. Das ist ein grosser Erfog der Anti-AKW-Bewegung und der Grünen. Wir müssen aus der Atomkraft ganz aussteigen und die maximale Laufzeit der bestehenden Atomkraftwerke beschränken. Deshalb haben die Grünen die Initiative für den geordneten Atomausstieg lanciert. Die Schweiz soll ab 2029 atomfrei werden. Je länger die Reaktoren am Netz bleiben, desto grösser wird das Risiko. Denn ältere Reaktoren sind viel pannenanfälliger. Der Atommeiler in Mühleberg stellt heute schon eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Ich setze mich dafür ein, dieses AKW sofort definitiv vom Netz zu nehmen. Viele Probleme bleiben ungelöst: immer noch haben wir keine Idee, wo wir die strahlenden Abfälle über Jahrtausende sicher lagern können.

Um den Atomaussteig zu schaffen, müssen wir im grossen Stil in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investieren: Wasserkraft, Biomasse, Wind, Sonne, Fotovoltaik und Geothermie. Die Alibiübungen der letzten Jahre genügen nicht mehr. Einen erster Schritt dafür ist mit der Beseitigung des Deckels bei der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) getan. Die Grünen zeigen mit ihrer Initiative für eine Grüne Wirtschaft auf, wie wir unsere Wirtschaft auf einen nachhaltigen Kurs bringen: Wiederverwerten, Reparieren, Ressourcen schonen steht dabei im Vordergrund.

Mit dem Einsatz umweltschonender, effizienter Technologien im Baubereich können wir viele neue Arbeitsplätze schaffen. Minergie Plus (www.minergie.ch/ ) muss im Bereich der Gebäudesanierung landesweit Standard werden. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass auf Neubauten, die sich für die Nutzung von Solarenergie eignen, grundsätzlich solche Anlagen erstellt werden müssen.

Das Bewusstsein der Bevölkerung in Bezug auf die Möglichkeiten zur Steuerung und Optimierung des Stromverbrauchs ist noch gering. Hier könnte Smart-Grid/Smart-Metering neue Einflussmöglichkeiten bezüglich Stromproduktion und Stromverbrauch eröffnen. Ich freue mich, dass der Nationalrat meinem Vorstoss dazu zugestimmt hat.

In Deutschland und Österreich sind die grünen Technologien schon lange Boommärkte. Wenn wir hier mithalten wollen, müssen wir nicht nur viel mehr Geld in Sonne, Wind, Biomasse, Geothermie usw. investieren, dann brauchen wir auch neue Verbrauchsvorschriften. Nur so werden sich die effizientesten und umweltfreundlichsten Technologien durchsetzen. Wenn wir den Strom sinnvoll und sparsam einsetzen, müssen auch nicht die letzten frei fliessenden Bäche „verstromt“ werden. Mein Ziel ist die 2000 Watt-Gesellschaft.

Es ist wichtig, dass wir uns aus der Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern Erdöl, Erdgas und Kohle befreien. Schweden will dieses Ziel bis 2020 erreichen. Mit einem Vorstoss habe ich erreicht, dass auch die Schweiz solche Überlegungen anstellt. Denn die Energienutzung ist auch eine ethische Frage: Rund 60 Prozent der Energiereserven liegen in instabilen Weltregionen. In Nigeria zum Beispiel, dem sechst grössten erdölexportierenden Staat der Welt, sind in Zusammenhang mit der Erdölförderung Menschenrechtsverletzung an der Tagesordnung. Erdöl ist die Ursache vieler Konflikte und Kriege. Mit der Verknappung der Erdölreserven wird sich die Situation noch verschärfen.

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