Mein 1. August: Bio statt Genfood
Das sind Auszüge aus meiner 1. August Rede : Viele Leute in der Schweiz verspüren ein wachsendes Bedürfnis nach nationaler Identität. Es gibt ein wachsendes Bedürfnis sich in seiner Eigenheit zu präsentieren. Bratwurst, Rösti und Rütli machen aber nicht allein die Schweizer Eigenheit aus. Die Schweiz ist vielfältiger, interessanter, zukunftsgerichteter. Unsere Naturschönheiten, unsere Landschaften, das humanitäre Völkerrecht, die verschiedenen Kulturen oder eben ganz einfach: Bümpliz und Muri, das alles ist ein Teil unserer Identität und unserer Heimat. Wir dürfen die Heimat und die Identität nicht der politischen Rechten überlassen. Denn sie meinen damit Nationalismus. Dieser Nationalismus lebt von der Überbetonung der eigenen Werte. Dieser Nationalismus wertet die anderen Kulturen und Andersdenkende ab.
Jeder Mensch hat Anspruch auf Achtung. Das steht in unserer Verfassung. Sie zu schützen ist eines der wichtigsten Bemühungen eines Staates. Doch wir haben es in den letzten Monaten immer wieder erlebt, dass einzelne Vertreter dieses Staates Verfassungsgrundsätze so auslegen, wie es ihnen gerade nützlich erscheint. Und dass sie sich dabei immer wieder auf das Volk und Volksentscheide berufen.
Unser demokratisches System und Verständnis gründet auf Verfassung, auf Grundrechten, auf unabhängigen Gerichten und auf einer Kontrolle der Amtsgewalt. Unsere Verfassung soll die Bürgerinnen und Bürger vor politischen und gesellschaftlichen Zwängen schützen. Wenn wir diese Prinzipien ablegen, bloss weil dies grad modern ist, opfern wir eines unserer stärksten Instrumente – unsere Überzeugungen und die Freiheit.
Die Nationalisten wollen uns gerade auch am diesjährigen 1. August weismachen, die innere Sicherheit und der Frieden seien aufgrund der Einwanderung fremder Kulturen bedroht. Doch bedroht sind unsere Heimat, unsere Umwelt und unser Lebensraum vor allem durch den Klimawandel, durch den ungebremsten Bodenverschleiss, durch die Umweltverschmutzung und den gedankenlosen Ressourcenverbrauch. Aber hier wollen die Rechten lieber heute als morgen Schutzmechanismen abbauen. Die Demontage des Verbandsbeschwerderechtes ist nur ein Beispiel. Mit einer Initiative soll das griffigste Instrument gegen Umweltzerstörung beseitigt werden.
Die Politik muss die Mitbürgerinnen und Mitbürger vor neuen Gefahren schützen. Verantwortungsvolles Handeln heisst für mich, dass wir die Lebensumstände nachfolgender Generationen in die heutige politische Entscheidungsfindung mit einbeziehen. Welche ökologischen Lasten und Risiken können wir vor unseren Kindern und Kindeskindern verantworten? Wie viel Markt und Wettbewerb schaden dem Gemeinwohl?
Mehr Verantwortung in Bezug auf unsere Ernährung, Gesundheit und Landwirtschaft heisst: Gesunde Produkte zu fairen Preisen, Bio- statt Genfood. Mit unserem Bio-Brunch am heutigen 1. August liegen wir goldrichtig.
Kommentare (7)
Vinzenz
sagte:

Lebensraum Schweiz
Hinzufügen lässt sich lediglich, dass unser Lebensraum auch noch bedroht ist durch unsere zum Teil uralten Atomkraftwerke (Beznau 1 und 2 sowie Mühleberg: seit über 30 Jahren am Netz!). Deren Existenz steht im klaren Widerspruch zur bundesrätlichen Nachhaltigkeitsstrategie (Schweizerischer Bundesrat - Strategie Nachhaltige Entwicklung 2002, Punkt 2.2). Dort steht ganz klar: "Unfallrisiken sind nur insoweit einzugehen, als sie auch beim grössten möglichen Schadenereignis keine dauerhaften Schäden über eine Generation hinaus verursachen." Wie ist dieser Grundsatz mit dem Weiterbetrieb und der Planung neuer AKWs vereinbar?
F.Teuscher
sagte:

Mit dem Wecker auf den Bundesplatz
Da geh ich mit dir einig: AKW's sind eine grosse Gefahr für unser Land. Und auch eine unnötige. Denn mit sorgsamem Energieeinsatz und mit erneuerbaren Energien können wir unsere AKW's locker einsparen. Daher gibt es am 8. September um 14.30 die grosse Weck(er)-Aktion auf dem Bundeplatz. Ich freue mich, wenn du mit Wecker auch dabei bist. Und bitte weiter sagen! Je mehr Leute desto lauter der Weckalarm.
Thomas
sagte:

Genfood statt Bio
Es ist doch Unsinn die Möglichkeiten der Technik und Wissenschaft - wie zum Beispiel - gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht zu nutzten.Das ist doch nicht modern, sondern hintlerwälderisch. Weizen kann gentechnisch ressistenter gemacht werden - Was spricht da dagegen? In Afrika gibt es hungernde Kinder.
F.Teuscher
sagte:

...
Gentech-Pflanzen tragen kaum etwas bei zur Lösung des Hungerproblems. Gentech-Pflanzen werden vor allem für eine industrielle Landwirtschaft in gemässigten Zonen entwickelt. 99 Prozent aller Gentech-Pflanzen wachsen in den USA, Argentinien, Kanada und China. Im Bereich der Forschung ist nur 1 Prozent überhaupt auf Sorten ausgerichtet, die von Kleinbauern und -bäuerinnen in Entwicklungsländern angebaut werden können. Für arme Bauern sind teure Technologien keine gangbare Lösung. Vielmehr sind an die lokalen Bedingungen angepasste Methoden gefragt, die auf traditionellem Wissen aufbauen und dieses weiterentwickeln. Das ist nicht nur sehr viel ökologischer, sondern auch viel billiger.
skeptiker
sagte:

afrika und der hunger
@thomas: leider hilft genetisch verändertes saatgut den menschen in afrika nicht sehr viel: die müssen das saatgut kaufen (geld fliesst in die CH), dann sind diese sorten zwar resistent gegen schädlinge, aber sie vermehren sich nicht. nächstes jahr müssten die bauern also wieder saatgut kaufen. damit entsteht eine abhängigkeit. zudem wird der afrikanische agrarmarkt durch europäische produkte so überschwemmt, dass die euopäischen produkte billiger sind, als die afrikanischen! alles in allem ein innovatives konzept - für die euopäische ökonomie.
Thomas
sagte:

Europäische Ökonomie
Nach dieser Theorie muss also alles bekämpft werden, was gut für unsere Ökonomie ist.Die Märkte für landwirtschaftliche Produkte müssen geöffnet werden - keine Subventionen mehr. Stehen die Grünen für eine Markliberalisierung im Agrarsektor, der zu mehr Wohlfahrt auch in Afrika führt ein?
skeptiker
sagte:

endlich hast du es begriffen...
@thomas: aber ja! endlich hast du es begriffen. 1. ist es keine ökonomie, wenn subventionen agrarprodukte verbilligen und protektionismus gegenüber anderen märkten betrieben wird: weg damit.unsere bauern sollen auch konkurrenzfähig werden. das geschieht im augenblick gerade mit dem milchmarkt. da wittern ja die schweizer milchproduzenten seit langem wieder morgenluft, da der milchpreis auf dem weltmarkt fast so hoch ist wie der subventionierte michlpreis: also weg mit den subventionen, raus in die frische welt der märkte. nur damit wir uns richtig verstehen thomas: protektionismus und subventionspolitik war noch nie die alleinige idee der linken und grünen, dass ist mehrheitlich ein klassisch liberales gebiet.
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