Begegnungsort Fussballfeld

Unter dem Titel «Strassenfussball als Begegnung» steht die Grosse Halle der Reitschule vom 12. bis 27. Februar 2016 ganz im Zeichen des «Street Soccer». Die Freude am Fussball verbindet und begeistert. Egal ob jung oder alt, mit oder ohne Handycap, einheimisch oder hinzugereist: beim Fussballspielen entstehen immer wieder und überall spontane Feste und Begegnungen.

Auch in der Grossen Halle sind die Voraussetzungen sehr gut, dass während der «Street Soccer»-Tage das eine oder andere urbane Fest gefeiert wird. Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Herkunft und kulturellen Hintergründe können sich sportlich messen, Kontakte knüpfen, in gemischten Konstellationen zusammen Fussball spielen und miteinander Zeit verbringen. So finden beispielsweise offene Turniere, Firmenturniere, Turniere mit Menschen mit Handicap oder mit Asylsuchenden statt. Zusätzlich zu den normalen Spieltagen finden am Freitag, 12., am Donnerstag, 18. sowie am Donnerstag, 25. Februar 2016 drei besondere Feierabend-Turniere statt. Dabei besteht die Möglichkeit, sich im Spiel mit Asylsuchenden und Teams von anderen Institutionen, Vereinen, Kollektiven und Firmen zu messen. Nach dem Turnier findet ein gemeinsames Abendessen statt. Mit einer Teilnahmegebühr von 20 Franken erhält jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin eine warme Mahlzeit und lädt so zusätzlich eine Asylsuchende, einen Asylsuchenden zum Essen ein. Mehr dazu finden Sie hier.

 

Wir fahren besser ohne 2. Röhre

Fernsehröhre, Neonröhre, Stimmröhre, Luftröhre, Speiseröhre und bereits vier Röhren am Gotthard (was im Video oben sehr gut visualisiert wird). Ich bin der Meinung, dass wir genug Röhren haben.

Denn Spardiktate in der Bildung, dafür aber einen gigantischen Kostenberg für eine zweite Strassenröhre durch den Berg? Da stelle ich mir als Bildungsdirektorin weiter die Frage, wo die Prioritäten für eine lebensfähige Zukunft liegen.

Als Gemeindevertreterin liegt mir vor allem das vielzitierte Argument der Sicherheit der BefürworterInnen quer in der Landschaft. Für mehr Sicherheit im Strassenverkehr sollten vor allem alljährlich vielbefahrene Strassenabschnitte hohe Priorität haben. Wenn wir X-Milliarden für eine zweite Gotthard-Strassenröhre – im wahrsten Sinne des Wortes – „verlochen“, bleiben viel weniger Mittel übrig für wichtige Projekt in verschiedenen Regionen, um die wahren Engpässe zu optimieren. Das kann nicht im Sinne einer vernünftigen Verkehrspolitik sein.

Und dann die Neat. Das Milliardenprojekt, um dem Entscheid des Alpenschutzes endlich Rechnung zu tragen, wird in diesem Jahr eröffnet. Welch Meisterwerk, von aller Welt bewundert. Wofür bitteschön, wurde das Ganze gebaut, wenn bald noch mehr Lasttönner durch den Gotthard donnern sollen?

Wenn der Lastentransitverkehr auf die Schiene verlagert werden kann – wie es der Artikel des Alpenschutzes verlangt – sind die Strassen, auch am Gotthard, tendenziell sicherer. Statistiken zeigen, dass bei schweren Unfällen in Tunnels sehr oft Lastwagen Ursache sind. Die Güter also auf die Schiene verlagern: das ist für mich eine sinnvolle Investition in mehr Sicherheit auf den Strassen. Und da sind wir mit der NEAT hervorragend aufgegleist.

Ach ja, das Argument, dass der Kanton Tessin die zweite Röhre braucht, steht auch im Raum. Nun, fragen Sie mal die Tessiner. Oder um es mit den Worten von Mario Branda, Stadtpräsident von Bellinzona, zu sagen:

„Liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, misstrauen Sie den scheinheiligen Behauptungen der Röhrenbefürworter. Stimmen Sie solidarisch mit dem Tessin und legen ein Nein zur 2. Röhre in die Urne. Wir wollen kein vergiftetes Geschenk. Diese absurde Tunnel-Konstruktion würde Natur und Umwelt wie auch unserer Gesundheit zusetzen.„

In diesem Sinne: „Mir säge lieber NEI“ (Pedro Lenz)

Willkommen in der Bollwerkstadt, Drudel 11

Lieben Dank für die Einladung zum Einweihungsapéro im Bollwerk.

Die Bollwerkstatt hat mein Engagement während vielen Jahren geprägt. Jetzt als Bildungsdirektorin freut es mich, dass eine Bildungsorganisation, die sich für ein sozial und ökologisch nachhaltiges Zusammenleben engagiert, ein Teil der Räume des ehemaligen Bildungszentrums des WWF belebt. Die Fussstapfen des WWF sind gross. Schön zu sehen, dass Drudel 11 den langjährigen Bildungscharakter des Hauses hochhält.

Drudel 11: ich muss zugeben, dass ich nicht auf Anhieb wusste, was Drudel bedeutet. Vielleicht ging es der einen oder dem anderen unter Ihnen auch so beim ersten Mal hören? Ich habe mich dann etwas schlau gemacht und bin auf Witziges gestossen. Ein Drudel ist ein kleines Bildrätsel, bei dem das Dargestellte aus einer ungewöhnlichen Perspektive gezeigt wird. Machen wir doch gleich den Test:
Was sehen Sie hier?

(https://de.wikipedia.org/wiki/Drudel)

Oder hier?

Bilder-Drudel 2
(http://www.raetselstunde.de/bilderraetsel/bilder-drudel-002.html)

Ich sehe bestimmt etwas anderes als Sie. Jede und jeder von uns hat seine eigene Realität. Weder das eine noch das andere ist Richtig. Dieser Perspektivenwechsel als Leitgedanke und als pädagogisches Konzept, gepaart mit einer Prise Humor gefällt mir.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in aller Munde, vor allem im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21. Umso mehr bin ich daran interessiert, spannende Organisationen zu kennen, die sich mit ausserschulischen Angeboten für die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Die Schulen sind auf solche ausserschulischen Angebote angewiesen, die eine andere Qualität in die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen einbringen können.

Sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Das macht ihr bei Drudel 11 mit euren Lernveranstaltungen. Die Verbindung von Erlebnispädagogik und Umweltbildung scheint mir eine hervorragende Kombination zu sein. Obwohl die Gründungsväter der Erlebnispädagogik aus den letzten Jahrhunderten stammen, bleiben ihre Ziele aktueller den je:

– Gegenseitige Unterstützung in Gruppe erfahren

– soziales Lernen

– Dienst an der Gesellschaft im Kleinen üben

– Verantwortung für sein Tun übernehmen

– Vorausschauend planen und handeln.

Das sind Grundprinzipien, die ich sehr unterstützenswert finde, allen – und besonders den jungen – Menschen mit auf ihren Weg zu geben. Nebst der Arbeit mit den Lernenden finde ich, dürfen wir die Lehrpersonen nicht vergessen. Aber wem sage ich das: in euren Angeboten für die schulinternen Weiterbildungstage können Lehrpersonen live ERLEBEN, wie die Erlebnispädagogik auch in den Schulalltag integriert werden kann. Auch mit eurer berufsbegleitenden Ausbildung für Erlebnispädagogik und Outdoortraining setzt ihr bei diesem Hebel an.

Ich freue mich, dass Drudel 11 nun ins Zentrum von Bern gerückt ist und sich mit den tollen Partnern im Bildungshaus Bollwerk vernetzt. Ich wünsche euch für euren weiteren Weg viel Erfolg und habt Spass an eurer Arbeit. Sie ist sehr wichtig!