Halbzeit – Verschnaufzeit? Nichts da, weiter geht’s! Teil 3

Mit meiner Grand-Prix-Metapher für die Halbzeit meiner ersten Legislaturperiode als Berner Gemeinderätin bin ich natürlich als Sportdirektorin voll in meinem Element. Die ersten 8 km auf den schönsten Meilen der Welt haben ich und mein grosses, wie grossartiges Team der BSS hinter mir. Die letzten zwei Blogs handeln schon davon.

Bewegung und Sport ist für mich persönlich zentral für ein ausgeglichenes Dasein. Gerade bei meinem anspruchsvollen Job. Sportlich ist die Stadt Bern fit unterwegs, doch optimieren lässt sich bekanntlich immer.

Denn die Sportinfrastruktur in der Stadt Bern ist teilweise überlastet oder muss dringend saniert werden. Die gemeinsam mit der Gemeinde Köniz realisierte Sporthalle Weissenstein bringt eine erste Entlastung. Die neue Halle wird hauptsächlich von Vereinen und Berner Schulen genutzt. Mit der Sanierung und Erweiterung der Sportanlage Wyler hat die Stadt Bern einen weiteren Schritt getan, um dem Mangel an Fussballplätzen in der Stadt Bern entgegenzuwirken. Auf der Berner Allmend entstehen demnächst Kunstrasenfelder – dadurch können die Anlagen besser ausgelastet werden. Und die Standortsuche für die 50-Meter-Schwimmhalle kommt in eine entscheidende Phase: Die beiden möglichen Standorte Viererfeld/Mittelfeld und Neufeld sind zentrumsnah und verkehrstechnisch gut erschlossen.

Ein grosses Anliegen ist mir die Bewegung im Alltag. Frau/Mann muss nicht in einem Sportverein mittun, um sich das Leben bewegter zu gestalten. Zur nächsten Tramstation spazieren anstatt 5 Minuten an der Haltestelle zu stehen, die Treppen hochsteigen anstatt sich mit der Rolltreppe oder dem Lift hochchauffieren zu lassen oder ein Spaziergang in der Mittagspause. Alles kleine, aber wertvolle Massnahmen hin zu gesunden und fitten BernerInnen.

Zum Schluss meiner kleinen Retrospektive nach den ersten zwei Jahren im Amt als Direktorin für Bildung, Soziales und Sport bleibt noch zu sagen:

Insgesamt 14 Sparpakete wurden in den letzten Jahren geschnürt – diese treffen die Direktion für Bildung, Soziales und Sport besonders stark. Das macht mein Engagement und die Arbeit aller BSS-Mitarbeitenden zugegebenermassen nicht immer ganz einfach. Als Überbringerin von Sparentscheiden des Gesamtgemeinderates ernte ich oft Kritik. Zudem lässt mir der Spardruck nur einen begrenzten Handlungsspielraum für Neues und Innovatives. Trotzdem: Die BSS ist die vielfältigste Direktion der Berner Stadtverwaltung. Sie vereint Themen wie Jugend, Bildung, Soziales, Migration, Alter, Sport, Sucht und Gesundheit unter einem Dach.

Also: Kräfte bündeln für die nächste Hälfte auf unserem Grand Prix. Weiter geht’s!

Halbzeit – Verschnaufzeit? Nichts da, weiter geht’s! Teil 2

Die erste Hälfte meiner Legislatur als Direktorin für Bildung, Soziales und Sport habe ich mit meinem grossen, wie grossartigen BSS-Team hinter mir. Im letzten Blog habe ich überflogen, was in Sachen Bildung alles geschah. Nun möchte ich das Augenmerk auf das erste „S“ – das Soziale legen. Da lief und läuft nämlich einiges.

Als erste Stadt der Deutschschweiz gehört die Stadt Bern seit Juni 2014 dem globalen Netzwerk der altersfreundlichen Städte der Weltgesundheitsorganisation WHO an. Dieser Pionierrolle müssen wir nun auch gerecht werden und den Bedürfnissen älterer Menschen hohe Priorität einräumen.

Bei der beruflichen und sozialen Integration konnten wir erfolgreiche Projekte wie das Mütterprojekt und flex.job weiterführen. Daneben haben wir im Februar 2013 das Teillohnprojekt «jobtimal» erfolgreich gestartet: Bis im September 2014 wurden über das Projekt 18 Langzeitarbeitslose in die Wirtschaft reintegriert.

Ein toller Erfolg: der Gemeinderat will mehr städtische Mittel in die Beschäftigungs- und Integrationsangebote (BIAS) investieren und so das Angebot auch mittelfristig aufrechterhalten. Wegen einer Neuverteilung der kantonalen Beiträge bekommt die Stadt Bern weniger Mittel für die soziale Integration und die Stadt Bern hätte Programmplätze für rund 80 BIAS-Stellensuchende abbauen müssen. Das konnten wir verhindern.

Neue Wege wollen wir auch in der Suchtmittelpolitik gehen. In Zusammenarbeit mit anderen Städten wird derzeit geprüft, unter welchen Bedingungen ein Pilotprojekt im Bereich Cannabisregulierung durchführt werden kann. Dieses Thema sorgt ja in diesen Tagen für Schlagzeilen.

Ja, es ist und bleibt interessant. Also, weiter geht’s!

(SRF Club vom 5. August 2014: Legal kiffen – die Städte machen Druck)

Halbzeit – Verschnaufzeit? Nichts da, weiter geht’s!

Die letzte Woche wurde das Thema in den Medien aufgenommen: die Legislatur-Halbzeit des Gemeinderates. Ich sehe meinen bisherigen Weg zusammen mit den Mitarbeitenden der Direktion für Bildung, Soziales und Sport metaphorisch als Team-Lauf am Berner Grand Prix – auf den schönsten Meilen der Welt!

Die Hälfte der Strecke haben wir, jetzt heisst es Kräfte bündeln für die nächste Hälfte. Wobei die tägliche Arbeit von den Mitarbeitenden zum Glück nicht durch den 4-Jahres-Legislatur-Rythmus geprägt ist, wie bei uns GemeinderätInnen. Was so passiert ist auf den ersten 8 km erfahren Sie in diesem und zwei folgenden Blogs.

Vorweg schon mal so viel: Ja, es floss Schweiss, es lagen einige Steine im Weg, die das Laufen erschweren und immer wieder gab es Durststrecken. Doch die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Menschen und Themen innerhalb der BSS motivieren mich zu Höchstleistungen und setzen Kräfte frei, von denen ich nicht wusste, dass sie in mir stecken.

Obwohl jeder Meter bisher spannend und anspruchsvoll war, kann ich mich doch gut und gerne an einige besondere Wegpunkte erinnern.

Bildung

Einer unserer Schwerpunkte in den letzten zwei Jahren war der Ausbau der Basisstufe für Vier-bis Achtjährige. Die jahrgangsgemischten Klassen der Basisstufe sind ein Erfolgsmodell. Die Kinder werden ihrem Entwicklungsstand entsprechend individuell gefördert, der Übergang vom spielerischen zum systematischen Lernen ist fliessend. Der weitere Weg braucht Zeit. Viele Schulzimmer müssen zuerst basisstufentauglich gestaltet werden – was aus Kostengründen nur im Zuge von Schulhaussanierungen erfolgen kann. Da heisst es Geduld haben, die Vision nicht aus den Augen verlieren und die Eltern sowie Lehrpersonen von diesem Modell überzeugen.

Oder die Optimierungen im Bereich Schulraumangebot. Da wurden die Schulanlage Munzinger und das Länggass-Schulhaus renoviert, in Bern-Brünnen entsteht ein neues Schulhaus und am Haspelweg (Altstadt/Schosshalde) gehen seit Schulbeginn 13/14 die Kleinen in einen neuen Kindergarten. Weitere Sanierungen oder Ersatzneubauten werden in den nächsten Jahren realisiert. Ganz zentral dabei: alle sanierten und neuerbauten Schulanlagen erfüllen den Minergie-P- resp. Minergie-P-Eco-Standard.

Einer meiner persönlichen Schwerpunkte liegt bei der Förderung der Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche. Trotz Sparprogramm konnten wir das Pilotprojekt „Primano“ – ein Frühförderprogramm für sozial benachteiligte Kinder im Vorschulalter – als Regelangebot etablieren. In den kommenden Jahren soll das Primano-Programm, das bislang in Bern-West angeboten wird, auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden.

Vor kurzem haben wir zudem das Projekt «MiniMove» lanciert: Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren können seit Anfang November immer sonntags die Turnhalle Steigerhubel zusammen mit ihren Eltern nutzen. Das Bewegungsangebot für Kleinkinder ist ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit.

Nur noch dies: Ich freue mich jeden Tag, dass ich mich – mindestens auch in den kommenden zwei Jahren (womit wir wieder beim 4-Jahres-Legislatur-Rhythmus wären) – für die Menschen in Bern engagieren kann. Weiter geht’s!